Aachen - Richtericher Dell: Bürger setzen zweite Anhörung durch

Richtericher Dell: Bürger setzen zweite Anhörung durch

Von: Martina Stöhr und Heiner Hautermans
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Aachen. Das größte Neubauvorhaben Aachen im Richtericher Dell beschäftigt die Menschen des Stadtbezirks intensiv. So kam es jetzt erneut zu einer turbulenten Sitzung in Schloss Schönau, zu der rund 50 Bürger erschienen waren. Die Bürgerinitiative Richtericher Dell liefen in der Bezirksvertretung erneut Sturm, als die Verwaltung jetzt vorschlug, sie nicht noch einmal zum Flächennutzungsplan Richtericher Dell anzuhören.

Ganz offensichtlich fühlten sich die Bürger schlecht informiert. Die Initiative stellt das geplante Bebauungsgebiet in Frage, weil die prognostizierte Einwohnerzahl nicht so stark steige wie angenommen. Eine neue Untersuchung mit demografischen liegt jetzt vor, die Ergebnisse sind allerdings noch nicht öffentlich. Bürgerinitiative BI Dell. Die Verwaltung berief sich darauf, dass im Zuge der Aufstellung des neuen Flächennutzungsplans bereits eine Bürgerbeteiligung im Juli stattgefunden habe, in der auch umfassend über Rich-tericher Dell informiert worden sei. Deshalb sei eine weitere frühzeitige Bürgerbeteiligung im Zuge der Aufstellung eines Bebauungsplans nicht notwendig. Die Bürger erhoben deshalb den Vorwurf des mangelnden Demokratieverständnisses und wollten sich so ohne weiteres nicht vom Verfahren ausschließen lassen.

Die Verwaltung ihrerseits wiederholte immer wieder: Eine Befragung der Bürger hat im Rahmen der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans der Stadt Aachen bereits im Juli stattgefunden. Die entsprechenden Anregungen und Vorschläge der Bürger würden in die weiteren Planungen eingehen, hieß es weiter. Sie jetzt noch einmal zu befragen, sei eine Wiederholung desselben Vorgangs. Und auch wenn die Politiker diese Einschätzung im Grunde teilten, gaben sie dem Drängen der Bürger schließlich nach und lehnten den Vorschlag der Verwaltung ab.

Bezirksbürgermeisterin Marlis Köhne: „Das gibt keine Verzögerung und wir haben Rechtssicherheit.“ Eine endgültige Entscheidung wird im Planungsausschuss am 4. Dezember getroffen. Die Bürgerinitiative feierte den Beschluss als ersten Sieg und hofft, dass der Planungsausschuss in der nächsten Woche genauso verfährt.

Ganz offensichtlich sind mit Blick auf das Bebauungsgebiet Richtericher Dell noch viele Fragen offen. „Erst die Umgehungsstraße, dann das Bebauungsgebiet“, war bislang immer das Credo aller Politiker. Jetzt allerdings gibt es Gerüchte, dass die Straße mit den Einnahmen aus dem ersten Bauabschnitt finanziert werden soll. Von einer parallelen Ausführung wollen die Richtericher aber nichts wissen. Sie fürchten die Belastungen durch den Bauverkehr. Schon jetzt sei am Vetschauer Weg die Belastung durch den Rübentransport eine Zumutung, meinte eine Bürgerin. Würde der Bauverkehr dieselbe Richtung nehmen, sei das nicht zu ertragen.

Die Politiker ihrerseits versicherten unisono, dass die bestehenden, schon stark frequentierten Richtericher Straßen in keinem Fall zusätzlich belastet werden sollen. Für den ersten Bauabschnitt sei eine Baustraße geplant, die den entstehenden Verkehr aufnehmen soll. Holger Brantin (CDU) teilte die Bedenken der Richtericher: „Wir brauchen die Umgehungsstraße“, sagte er.

Nicht klug

Es könne niemand glauben, dass Horbacher Straße und Vetschauer Weg durch den Baustellenverkehr nicht zusätzlich belastet würden. Brantin hielt es schließlich auch nicht für klug, die Bürger nicht noch einmal zum Flächennutzungsplan Richtericher Dell anzuhören. Die Bezirksvertretung schloss sich dieser Einschätzung schließlich an.

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