Rettungsdienst: 500 Einsätze mehr pro Jahr

Von: Holger Richter
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Für die Aachener Rettungsdienste fallen seit Jahren kontinuierlich mehr Einsätze an. Neue Stellen bei der Feuerwehr sollen nun die Belastungen der Rettungskräfte abfedern. Archivoto: Ralf Roeger

Aachen. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Arbeit in Rettungswagen eine hektische Angelegenheit ist – für Fahrer, Sanitäter und Ärzte. Doch nicht nur die gebotene Schnelligkeit macht den Dienst in den Fahrzeugen der Feuerwehr oder der anderen Hilfsorganisationen wie Deutsches Rotes Kreuz, Malteser oder Johanniter Unfallhilfe so belastend, sondern auch die steigende Anzahl an Einsätzen.

Denn seit 2007 leistet die Feuerwehr in Aachen pro Jahr rund 500 Einsätze mehr. So mussten die Rettungswagen (RTW) der Feuerwehr 2007 19.006 mal ausrücken, 2012 waren es bereits 22.123 Einsätze, die Zahlen von 2013 liegen noch nicht vor.

Mit diesen Zahlen beschäftigt sich am Mittwoch der Personal- und Verwaltungsausschuss der Stadt. Denn der soll nach der Vorlage der Verwaltung dem Stadtrat die Einrichtung von neun zusätzlichen Vollzeitstellen im Rettungsdienst empfehlen.

Aufgrund der kontinuierlichen Steigerung der Einsatzzahlen seien zwei weitere Funktionen erforderlich – nämlich ein RTW-Fahrer und ein RTW-Transportführer, heißt es in der Verwaltungsvorlage zur Begründung. „Doch weil wir diese Funktionen an 365 Tagen im Jahr für 24 Stunden besetzen müssen, werden daraus nach Einberechnung des sogenannten Personalsausfallfaktors insgesamt neun Vollzeitstellen“, erläutert Feuerwehrchef Jürgen Wolff den Bedarf im Gespräch mit den „Nachrichten“.

Aufgeteilt werden sollen diese neun Stellen laut Verwaltungsvorlage auf fünf Stellen für die Funktion Transportführer RTW und vier Stellen für die Funktion Fahrer RTW.

Der Anstieg der Einsatzzahlen im Stadtgebiet Aachen ist für Jürgen Wolff übrigens nicht überraschend. „Da liegen wir im Bundes- und NRW-Trend“, berichtet der Chef der Aachener Berufsfeuerwehr. Demnach sei vor allem die Demografie hauptausschlaggebend für die steigende Anzahl. „Wir werden halt immer älter“, erläutert er, und ältere Menschen bedürften häufiger der Hilfe eines Rettungswagens. Außerdem spezialisierten sich die Krankenhäuser immer mehr, kein Haus macht mehr alles.

Folglich würden mehr Verlegungsfahrten erforderlich, begründet der Feuerwehrchef weiter. „Und auch der Anspruch bei den Patienten steigt“, so Wolff. Früher sei man etwa bei Krankheiten häufiger selbst ins Krankenhaus gefahren, „heute wird eher die 112 angerufen“. Als ungerechtfertigte Belastung möchte Jürgen Wolff diese Fälle allerdings nicht verstanden wissen. „Wenn wir gerufen werden, kommen wir. Das ist unser Job. Wir fahren lieber einmal zu viel als einmal zu wenig raus.“

Als Kosten für die zusätzlichen neun Stellen kalkuliert die Verwaltung mit 492.100 Euro. Durch Gebührenmehreinnahmen kommen laut Verwaltungsvorlage rund 456.580 Euro wieder rein. Das Defizit von knapp 35.500 Euro sei allerdings nur „rein kalkulatorisch“, wie Rita Klösges vom städtischen Presseamt erläutert. Die tatsächlichen Kosten seien durch die Bedarfsträger – in der Regel sind das die Krankenkassen – gedeckt, versichert Klösges.

Auch Jürgen Wolff bestätigt diese Planung, denn „die neuen Stellen sind ja nicht mein persönliches Wunschkonzert, sie sind mit den Krankenkassen diskutiert und verhandelt worden“. Die neuen Kollegen würde er am liebsten „so schnell wie möglich“ einstellen. Ein neues Fahrzeug ist für die neuen Kollegen indes nicht nötig. „Wir haben fünf im Einsatz plus Reservefahrzeuge“, zählt Wolff auf. Hinzu kommen die Rettungswagen der übrigen Hilfsdienste.

Grundsätzlich sei der Rettungsdienst auch ohne die neuen Stellen gewährleistet, stellt Wolff klar. „Sie dienen aber dazu, dass bei den vorhandenen Kollegen weniger Überstunden anfallen.“

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