Rekord: Mehr als 1000 Starter beim 14. Benefizlauf

Von: Werner Czempas
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Beste Laufbedingungen und prächtige Stimmung: Mehr als 500 Frauen, Münner und Jugendliche gehen allein beim Volkslauf über 10.000 Meter auf die Strecke. Foto: Ralf Roeger
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Über fünf Kilometer als schnellste Frau unterwegs: Claudia Leschnik von der DJK Herzogenrath. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Pepe Fabelje reißt sich Sportschuhe und Socken von den Füßen. Ah, tut das gut. „Es war wunderschön, durch den Wald zu laufen. Aber anstrengend. Ich wusste gar nicht, dass Aachen so hügelig ist“, lacht sie. Die 54-Jährige aus Hürtgenwald im Kreis Düren schnappt noch ein bisschen nach Luft. Sie hat mitgemacht beim Benefizlauf rund ums Waldstadion.

Zum 14. Mal hatten die Organisatoren Manfred Xhonneux vom Runner Shop und Vorsitzender Ralf Hagen vom Verein „Lustlauf Mein Verein“ zum Aachener Benefizlauf eingeladen. Es ist einer der ältesten Veranstaltungen dieser Art in Deutschland. Und wahrscheinlich einer der erfolgreichsten. Nicht die sportliche Leistung steht im Vordergrund, sondern einfach das Mitlaufen unter dem Motto „Laufen für eine gute Sache“. Die gute Sache in diesem Jahr: Bei einem Startgeld von fünf und zehn Euro pro Kopf geht der Erlös an das Brustcentrum des Marienhospitals Aachen und an das sozial-ökologische Reisprojekt „Hele Bima“ auf Sri Lanka.

Steht der Sport auch hintenan, die Rekorde purzelten dennoch. Neuer Teilnehmerrekord mit mehr als 1000 Startern in den Disziplinen Bambini, Schüler, Teamlauf, Frauenlauf, Volkslauf und Walking/Nordic Walking. Allein beim Volkslauf über 10.000 Meter gehen mehr als 500 Männer, Frauen und Jugendliche auf die Waldstrecke, heraus aus dem Waldstadion, am Stauweiher Kupferbach vorbei zur Pionierquelle und weiter den Elleterberg hoch und zurück ins Waldstadion und das Ganze noch einmal von vorn.

Im „schönsten Stadion von Aachen mit Natur pur“ (Xhonneux) herrscht bei angenehmen Temperaturen prächtige Stimmung. Läufer und ihr familiärer Tross und Zuschauer hocken auf den Bänken unter der kleinen Tribüne und an der Laufbahn.

„Ein klasse Event, das das Waldstadion selten erlebt“, freut sich denn auch Organisator Manfred Xhonneux. „Der Benefizlauf wird angenommen, es geht uns nicht um verbissene Sieger, sondern wir suchen Gemeinschaft für die Gemeinschaft.“ Die vielen Bambini, mehr als 70 laufen die 400 Meter, begeistern ihn ebenso wie die hohe Zahl der Kinder und Jugendlichen. Schulen rücken mit großen Teams an.

Per Mikro und über die Lautsprecher kommentiert Xhonneux das Geschehen. Als die ersten Frauen von ihren 5000 Metern durch das Nebentor an Gut Waldhausen wieder ins Stadion einbiegen und auf der Zielgeraden im Spurt noch mal enorm Tempo machen können, reißt es den Kommentator mit: „Applaus, Applaus, sensationelle 5000 Meter!“ In der Tat: Siegerin Claudia Leschnik von der DJK Herzogenrath wird für ihre 00:19:29 kräftig gefeiert. Ein bisschen Sport muss halt doch sein.

„Fünf-vier-drei-zwei-eins-los!” schickt Xhonneux den riesigen 10.000-Meter-Tross in den Busch und mahnt alle wie ein guter Trainer: „Denkt dran, Ihr müsst den Elleterberg zweimal rauf, auf teilweise feuchter Strecke mit Dellen drin, die Körner also gut einteilen.“ Und noch ein Tipp: „Vier ganz schnelle Läufer sind dabei, lasst Euch nicht mitziehen!“

Keine 14 Minuten für eine Runde

Keine 14 Minuten später rennt denn auch der erste von den Schnellen, ein Marokkaner, schon wieder locker, als wär’s nix, ins Stadion ein, flitzt durch die Kurve ab und raus zur zweiten Runde, der ihn begleitende Streckenwart per Fahrrad – vorne mit dem Warnschild für die Waldspaziergänger „Achtung Läufer“ – schnauft an der Ziellinie irritiert zur seite: „Am Elleterbersch maht der mich platt!“ Xhonneux plaudert das sofort ins Stadionrund.

Bei allem Engagement der Organisatoren und der 70 Helfer vom Lustlaufclub im Stadion und im Wald ist klar: „Ohne Sponsoren wäre das alles nicht zu schaffen“, dankt Manfred Xhonneux. Weshalb sie einmal genannt seien, weil sie so vielen Menschen einen wunderbaren Tag im Waldstadion bescheren und das vor allem auch noch im Dienst für eine gute Sache. Im vergangenen Jahr konnten beispielsweise 13.700 Euro für soziale Zwecke gestiftet werden. Die Sponsoren beim 14. Aachener Benefizlauf: AppelrathCüpper, Fendel & Keuchen, Moss, PrintClub, Runner Shop. Alle Sponsoren schicken eigene Teams in die Rennen.

Auch Dr. Mahmoud Danaei vom Brustcentrum Marienhospital ist im Stadion. „Bewegen, bewegen, bewegen, viel Sport” sei der wissenschaftlich nachgewiesene beste Rat, den er seinen Patientinnen nach einer Therapie gebe.

So freut er sich, dass einige seiner Patientinnen mitlaufen: „Patientinnen laufen für Patientinnen. Mit dem Geld finanzieren wir die Info-Veranstaltungen in unserem Brustcentrum.“

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