Reggae-Punk heizt mächtig ein

Von: Verena Tesch
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Aachen. Während der lang ersehnte Frühling uns noch zappeln lässt, bevor er uns endlich ein wenig Wärme beschert, lässt uns der Jakobshof bereits am kommenden Samstag die Sonne Jamaikas spüren und zu exotisch-dynamischen Rhythmen tanzen.

Jaya the Cat, vier Musiker ursprünglich aus Boston, mittlerweile ansässig in Amsterdam und musikalisch in ganz Europa und den USA aktiv, lassen die (Tanz-)Katze aus dem Sack.

Ihre charakteristische Mischung aus stampfendem Ska, ungehorsamem Punk und klassisch entspanntem Reggae ist genauso ungewöhnlich wie energiegeladen. Ein Teil der Stücke wird von der Mischung aus Reggae- und Hip-Hop-Rhythmen getragen. Weitere Stücke weisen zudem Metal- und Funk-Elemente auf. Man stelle sich also einen typischen Ska-Groove mit Betonung des Off Beat vor, statt der üblichen Bläsersätze jedoch kombiniert mit verzerrten Gitarrenriffs und Gesangslinien von Sänger Jeoff Lagadec, die eindeutig Punk-inspiriert sind.

Was die Stimme des Frontmanns einzigartig macht, sind der eigene raue Klang, der nach zahlreichen durchzechten Nächten klingt. Dennoch ist es ihm bei aller Schnoddrigkeit ohne weiteres möglich, Emotionalität und Melodie zu transportieren. Zuständig für Bass und Tasten ist Jan Jaap Onverwagt, früher bei Green Lizzard (NL). Alles in allem also eine explosive und mitreißende Angelegenheit, die sowohl Anhänger klassischen Reggaes als auch Punk-Begeisterte in den Jakobshof bewegen dürfte.

Jaya the Cat selbst bewegen sich irgendwo zwischen Rancid, Bob Marley, den Mighty Mighty Bosstones und The Clash, was man musikalisch erst einmal bewerkstelligen muss. Zudem bringt Schlagzeuger David Germain, Ex-Mitglied von Shadow Falls (in den USA sehr bekannt), harte Metal-Einflüsse mit ins Spiel, die es dem Tanzbein wirklich schwermachen, ruhig unter dem Tisch zu verharren. Hoch-kompaktes, strammes Schlagzeugspiel und dazu locker-gelöste Reggae-Klänge: Klingt hoch widersprüchlich, harmoniert jedoch hervorragend.

Als Spaßprojekt gestartet

Wie es dazu kam, haben Jaya the Cat dem OX-Fanzine verraten, das sich für Punkrock, Hardcore und RocknRoll interessiert. Mitte der Neunziger als Spaßprojekt initiiert, entwickelte sich die Musik des Quartetts vom eher aggressivem Punk immer mehr zum harmonischeren Reggae-Punk. Die Gemeinsamkeit der auf den ersten Blick so gegensätzlich anmutenden Musikstile liegt für Frontmann Geoff in der Beschäftigung mit sozialen Fragen und Rebellion gegen gesellschaftliche Probleme, beide drücken die „Wut benachteiligter Schichten” aus.

Dies ist der Musik von Jaya the Cat deutlich anzuhören, wenn auch der angenehm entspannte, traditionell groovende Reggae einen hochgradig sonnigen Effekt bewirkt, dem man sich schon beim Anhören der Songs im Internet nicht entziehen kann. Ihr Erstling „Basement Style” erschien 2001 und war noch stärker Hip-Hop-lastig. Es folgen drei weitere Alben, auf denen die Band ihren charakteristischen Stil entwickelt und perfektioniert. Die Wirkung auf einer Aachener Tanzfläche wurde letztes Jahr bereits im Jakobshof erfolgreich erprobt, dieses Jahr haben die vier neue Stücke im Gepäck, da sie zurzeit am neuen Album arbeiten. Der Besuch von Jaya the Cat bietet somit die Möglichkeit, alternativ zum jecken Treiben das Frühjahr endlich herbeizutanzen, bevor die Band ihre Deutschland-Tour von Festival zu Festival beginnt.
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