Recyclinghof Nord: Standort soll noch in diesem Jahr gefunden sein

Von: Martina Stöhr
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Aachen. „Wir sollten dran bleiben und noch in diesem Jahr zu einer Lösung kommen.“ Das sagte Peter Maier, kommissarischer Leiter des Aachener Stadtbetriebs, mit Blick auf den geplanten Recyclinghof Nord. Bislang ist keiner der drei angedachten Standorte wirklich ideal.

Gegen den ersten Standort, Friedhof Hand in Laurensberg, spricht die zu erwartende Verkehrsbelastung, die die schon heute kritische Situation in der Nachbarschaft weiter verschärfen würde. Das zumindest fürchten die Anwohner und auch die politischen Fraktionen. Bei einer öffentlichen Fraktionssitzung der SPD setzten sich Politiker, Verwaltung und interessierte Bürger erneut mit dem Thema auseinander.

Eines wurde dabei schnell deutlich: Der Aachener Norden soll unbedingt seinen eigenen Recyclinghof bekommen. Denn eine umweltgerechte Verwertung von Abfällen in Wohnortnähe sei gesetzlich verankert, führte Maier aus. Und die Recyclinghöfe im Aachener Süden seien am Rande ihrer Kapazität.

Doch die Standortfrage verursacht allen Beteiligten weiterhin Kopfzerbrechen. Alternative Standorte wie die Gärtnerei in der Soers oder Grundstücke südlich beziehungsweise nördlich des Toledorings finden nur geringe Akzeptanz.

Die Soers sei zwar durchaus geeignet, meinte Harald Kriesel, stellvertretender Fachbereichsleiter der Bauleitplanung, doch auch hier müsste erst ein Gutachten klären, inwieweit der Verkehr abgeleitet werden könnte. Überhaupt könnten endgültige Aussagen erst nach gründlicher Prüfung der einzelnen Varianten getroffen werden. Aus der Soers jedenfalls regte sich schon jetzt Widerstand. Auch hier fürchten die Anwohner unter anderem die Verkehrsbelastung.

Die Grundstücke südlich und nördlich des Toledorings haben laut Kriesel zwar die richtige Größe, kommen aber dennoch nicht unbedingt in Frage: Die dreieckige Fläche nördlich des Toledorings sei städteplanerisch als Pufferzone vorgesehen und sollte entsprechend unbebaut bleiben, die südliche Fläche liege innerhalb eines Gewerbegebiets, was vor allem Auswirkungen auf die Grundstückspreise habe. Und die Stadt müsste das Grundstück im Gegensatz zu den Standorten Friedhof Hand und Soers erst einmal erwerben.

Auch eine Fläche am Roder Weg in Richterich kommt laut Verwaltung nicht in Frage. Das Grundstück sei zwar an sich bestens geeignet, stehe aber wegen der Erschießung des Richtericher Dells nicht zur Verfügung.

Die Verwaltung will nun weiter nach einem passenden Platz Ausschau halten. Maier rechnet dabei mit einer langen Planungszeit und versprach: „Wir werden nichts überstürzen.“ Man wolle aber in jedem Fall am Ball bleiben und für eine Angebotspalette sorgen, über die die Politik dann sprechen könne.

Seit 25 Jahren beschäftige sich die Stadt mit dem Recyclinghof Nord. „Diesmal werden wir nicht aufgeben“, sagte Maier.

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