Aachen - Rechte Randale am Tivoli: Einstellungen gegen Geldbußen

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Rechte Randale am Tivoli: Einstellungen gegen Geldbußen

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
Aachen Ultras
Während des Elfmeterschießens im FVM-Pokalspiel gegen Viktoria Köln kam es erneut zu Auseinandersetzungen innerhalb der Aachener Fanszene - dieses Bild zeigt eine friedliche Szene während des Spiels. Foto: alba

Aachen. Wieder war es so, dass die Angeklagten den Zoff im Alemannia-Stadion „nur schlichten“ wollten, wie sie vor Gericht angaben. Denn zum wiederholten Male mussten sich sogenannte Fans der jetzt endgültig aus den Profiligen abgestiegenen Schwarz-Gelben vor einem Strafrichter verantworten.

Und schon wieder war es die traurige Begegnung an einem Sonntag im November 2011 gegen Erzgebirge Aue, die damals noch in der 2. Liga 1:1 Unentschieden ausging. Zur Pause, da stand es am Tivoli noch 0:0, als sich die Randale der rechten Fan-Gruppierungen, der Supporters und der Karlsbande, im S-Block gegen die linken Aachen-Ultras breit machte.

Damals wurde ein Ordner die Tribünenstufen hinunter geschubst, er brach sich dabei ein Handgelenk. Für jene Aktion wurde bereits im August 2012 ein Übeltäter wegen Körperverletzung vom Amtsgericht verurteilt und musste dafür 4200 Euro Strafe zahlen, gilt als vorbestraft und bekam ein einjähriges Stadionverbot. Jetzt saßen vor Strafrichter Gerd Kas­thede allerdings vier Männer auf der Anklagebank. Ihnen wirft die Staatsanwaltschaft gleichermaßen Taten vor, die genau im Umfeld jener Halbzeit-Auseinandersetzungen begangen worden sein sollten. Doch den Nachweis, dass die vier auch wirklich Landfriedensbruch bei der Begegnung begangen und dazu aggressive Nötigungen vollzogen hatten, blieb die Staatsanwaltschaft schuldig.

In der Anklageschrift hieß es, die Männer im Alter von 27, 31, 32 und 39 Jahren hätten provoziert, den Streit mit angeheizt und einen Ordner tätlich genötigt. Sicher seien sie dabei gewesen und hätten im Block nahe den angegriffenen Ultras gestanden. Doch zwei von ihnen beteuerten, sie hätten die Randale nur schlichten wollen und sich deswegen eingemischt. Zwei weitere Angeklagte sagten gar nichts, sie machten von ihrem Schweigerecht Gebrauch.

Als ein szenekundiger Polizeibeamter als Zeuge aussagte, dass es sich bei den Vieren zwar um bekannte Personen aus der rechten Fanszene, jedoch in diesem Zusammenhang eher um Randfiguren und keineswegs um militante Hooligans handele, bröckelte die Anklage langsam weg. Als sich dann noch herausstellte, dass eine komplette Passage zur Anklage gehöriger Gerichtsakten fehlte, einigten sich Richter, Anklagebehörde und Verteidiger in einem nichtöffentlichen Rechtsgespräch auf die Einstellung des Verfahrens.

Allerdings ganz ohne Buße ging es nicht ab: Es sind von den Angeklagten Zahlungen zwischen 300 und 600 Euro an Tierschutzorganisationen zu zahlen.

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