Aachen - Realschule will nicht raus aus ihrem Haus

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Realschule will nicht raus aus ihrem Haus

Von: Margot Gasper
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Das altehrwürdige Schulgebäude der David-Hansemann-Realschule an der Sandkaulstraße 12: Die Realschule möchte hier nicht weg, die neue Gesamtschule braucht aber Platz. Foto: Harald Krömer
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Die Pavillons an der Sandkaulstraße 75 sollten eigentlich bald abgerissen werden. Nun sind sie als Ausweichquartier für die Realschule im Gespräch. Foto: Harald Krömer

Aachen. Das ist eine ganz schön verfahrene Situation an der Sandkaulstraße. Die vierte Gesamtschule wächst und braucht mehr Platz. An der David-Hansemann-Realschule, die zugunsten der Gesamtschule auslaufend geschlossen wird, gibt es diesen Platz. Die Schule aber will ihr angestammtes Haus an der Sandkaulstraße 12 nicht verlassen.

Womöglich muss nächste Woche der Rat entscheiden, wie es weitergehen soll. „Keine der beiden Schulen soll Schaden nehmen“, versicherte Schuldezernentin Susanne Schwier, als sie am Dienstag die „komplexe Sachlage“ erläuterte: „Es geht um das Wohl der Kinder.“

Das Problem in Zahlen: Die David-Hansemann-Realschule hat ab Sommer noch rund 180 Schülerinnen und Schüler, die von 15 Lehrern unterrichtet werden: drei Klassen in der Jahrgangsstufe 9 und vier Klassen in der Jahrgangsstufe 10. Die vierte Gesamtschule, die seit 2011 im Aufbau ist, wächst im Schuljahr 2014/15 auf rund 480 Schüler in 16 Klassen, unterrichtet von 34 Lehrkräften.

Die Gesamtschule braucht also weitere Räume. Außerdem soll im Sommer ja endlich der große Um- und Neubau auf dem Gelände an der Sandkaulstraße 75 beginnen, ein Bauprojekt, dessen Kosten sich nach bisheriger Schätzung auf stolze 15,1 Millionen Euro belaufen werden und das der neuen Gesamtschule ein Raumprogramm liefert, das das pädagogische Konzept spiegelt.

Der Realschule, erläuterte Susanne Schwier, habe die Stadt als Schulträger vor diesem Hintergrund zwei Optionen vorgestellt. „Beide sind manierlich“, betont die Dezernentin, und der Schulausschuss habe der Schule bereits in seiner letzten Sitzung einstimmig empfohlen, eine der beiden Varianten anzunehmen.

Variante 1: Die Realschule zieht auf die andere Straßenseite in den Pavillon auf dem Gesamtschulgelände, quasi neben die Großbaustelle. Dieser Pavillon steht eigentlich zum Abriss an, dort soll die neue Turnhalle der Gesamtschule entstehen. „Wir würden den Pavillon dann im kommenden Schuljahr noch stehen lassen“, so Schwier. Die Lösung hätte unter anderem den Vorteil, dass die Gesamtschule der schrumpfenden Realschule auch mit Lehrern aushelfen könnte. „Eine auslaufende Schule hat ja kaum noch Lehrer.“

Variante 2: Die Realschule zieht in das ehemalige Schulgebäude an der Eintrachtstraße. „Vorteil hier wäre die räumliche Nähe zur Hugo-Junkers-Realschule“, erläutert die Dezernentin. Besonders ab dem Schuljahr 2015/16, wenn die David-Hansemann-Schule nur noch drei Lerngruppen hat, sei das sinnvoll. Zudem wird Schulleiterin Ilse Zimmerman schon in diesem Sommer auch neue Chefin der Hugo-Junkers-Realschule.

Für die zweite Variante müsste die Stadt etwas mehr Geld in die Hand nehmen, da die marode WC-Anlage an der Eintrachtstraße saniert werden müsste. Auch die städtische Musikschule, die dort Räume nutzt, müsste dann im Sommer raus. Das sei aber alles machbar und bereits vorbesprochen, versichert Schwier.

Allein: Die Realschule will nicht raus. Seit vielen Wochen schon gibt es Gespräche über die Situation und die möglichen Ausweichquartiere. Nichts sollte über die Köpfe der Betroffenen hinweg entschieden werden Am Montag tagte die Vollversammlung der David-Hansemann-Realschule. Und vor allem die Eltern erklärten: Wir wollen bleiben. Die Schule beruft sich auf die alte Zusage der Politik, dass man bis zum am Standort bleiben könne. „Diese Zusage bezog sich aber damals schon auf das Schulgelände auf beiden Seiten der Sandkaulstraße“, erinnert Schwier.

Wie geht es nun weiter? „Wenn die David-Hansemann-Realschule an der Sandkaulstraße bleibt, hätte das große Nachteile für beide Schulen“, sagt die Schuldezernentin. Die Stadt stehe weiter zu beiden Optionen. „Mein Wunsch wäre, dass sich die beiden Schulen jetzt zusammenraufen und die Realschule eine den beiden Möglichkeiten annimmt. Das würde Planungssicherheit für alle schaffen.“

Nun sind alle gespannt auf Donnerstagabend. Dann berät die Schulkonferenz der Realschule erneut über die Situation. Susanne Schwier erklärte am Dienstag sehr deutlich: „Wenn es zu keiner Einigung kommt, dann wird der Rat entscheiden.“

Der Zeitplan ist eng. Der Rat tagt nächsten Mittwoch. Wenn die Schulpolitiker die Entscheidung noch vorberaten sollen, dann muss dafür kurzfristig eine Sondersitzung angesetzt werden. Je nach Votum des Rats stehen dann in den Sommerferien an der Sandkaulstraße größere Umzugsaktivitäten an.

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