Aachen - Ravel-Radweg: Gutes Projekt oder Gefahr?

Ravel-Radweg: Gutes Projekt oder Gefahr?

Von: Werner Breuer
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Viel Verkehr im Wald: Der Natu
Viel Verkehr im Wald: Der Naturschutzbund glaubt, dass der weitere Ausbau des Ravel-Radweges die Tierwelt gefährdet. Foto: Harald Krömer

Aachen. Radverkehr ist für Max Öko-Mustermann üblicherweise etwas Gutes. Schließlich haben die Drahtesel keinen Dreck schleudernden Auspuff und verheizen auch keine fossilen Brennstoffe.

Doch im Fall des neuen Ravel-Radwegs auf der alten Vennbahn-Trasse mehren sich die kritischen Stimmen. Der Naturschutzbund (Nabu) Aachen spricht in einer Stellungnahme von einer „Schneise der Verwüstung durch den Münsterwald und anschließende Wald- und Moorgebiete”.

Auch viele Leser begegnen dem Ausbau der Route zu einem Premium-Radweg mit Skepsis. Von „Radwegen ohne Ende, die keiner braucht”, ist in Kommentaren in an-online die Rede. Andere beklagen im Internet die Verschwendung von Steuergeldern für ein Verkehrsprojekt, das keine wirkliche Alternative zum Auto für Pendler aus der Nordeifel sein könne. In einer anderen Zuschrift heißt es, die noch intakte Umwelt werde für dieses Bauvorhaben „systematisch vernichtet”.

Der Naturschutzbund glaubt, dass der „überdimensionierte Radweg” für die meisten Vogel- und Säugetierarten im Münsterwald eine wesentlich größere Gefahr darstellt als die dort geplanten Windkraftanlagen”. Fachleute hätten bereits im vergangenen Jahr darauf hingewiesen, dass „diesem Projekt schätzungsweise 50.000 Vogelbrutreviere zum Opfer fallen werden”. Die Tierwelt würde durch die zu erwartende Beunruhigung durch Radfahrer, Fußgänger oder auch nicht angeleinte Hunde extrem gestört.

Die Naturschützer verweisen in ihrer Stellungnahme zudem darauf, dass im weiteren Verlauf des Ravel-Weges außerhalb des Aachener Stadtgebiets gar das vom Aussterben bedrohte Birkhuhn gefährdet werde. In der Nordeifel betreffe die geplante Route „das einzige Vorkommen in NRW”, dabei hätten Fachleute eine Alternativtrasse vorgeschlagen.

Nun grübelt Max Öko-Mustermann: Soll er den neuen Radweg meiden, Fuchs und Hase im Münsterwald Lebewohl sagen und sich bei künftigen Fahrradausflügen vornehmlich in Richtung Gewerbegebiet Aachener Kreuz orientieren? Oder soll er seinen Steuergroschen nachtrauern, die womöglich für die Campusbahn besser angelegt wären? Die „Nachrichten” sind an der Meinung ihrer Leser sehr interessiert. Was raten sie Max Öko-Mustermann?

Schreiben Sie uns, entweder per Post an die Lokalredaktion Aachener Nachrichten, Dresdener Straße 3, 52068 Aachen, per Fax (0241/5101-440) oder per E-Mail (an-lokales-aachen@zeitungsverlag-aachen.de). Wir sind gespannt.
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