Aachen - Raubserie hält an: Polizei warnt nun in Gaststätten

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Raubserie hält an: Polizei warnt nun in Gaststätten

Von: Heiner Hautermans
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In den Lokalen am Holzgraben wurden zum Beispiel die Warnplakate der Aachener Polizei aufgehängt. Aber auch in anderen Ausgehstraßen wie im Pontviertel waren die Beamten aktiv. Foto: Harald Krömer

Aachen. Die Serie schwerer und brutaler Raubüberfälle in der Innenstadt reißt nicht ab: Am Wochenende wurden erneut sechs Männer und Frauen auf offener Straße attackiert, wieder wurden sie geschlagen, getreten und verfolgt.

Sprecherin Iris Wüster: „In den meisten Fällen waren die Opfer alkoholisiert und weitgehend wehrlos. Nach derzeitigem Ermittlungsstand handelt es sich nicht nur um eine, sondern mehrere Tätergruppierungen.“ Seit Anfang August hatten sich derartige Delikte, vor allem an den Wochenenden, gehäuft. Deshalb haben die Aachener Ordnungshüter ihre Aktivitäten zur Aufklärung verstärkt und auch einen ersten Erfolg erzielt.

So waren zu nächtlicher Stunde vermehrt Beamte in Uniform und in Zivil in der Innenstadt unterwegs, besonders in den bisherigen Schwerpunktbereichen zwischen Elisenbrunnen und Bushof und der Pontstraße. Im Rahmen dieses Sondereinsatzes gegen den Straßenraub konnte am frühen Sonntagmorgen auf der Peterstraße ein 16-jähriger Intensivtäter festgenommen werden. Gegen ihn lag ein Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts von mehreren Diebstahlsdelikten, versuchtem Raub vom letzten Wochenende, Körperverletzungsdelikten, Betrug, Beleidigung und Widerstand gegen Vollzugsbeamte vor. Der in Würselen gemeldete junge Mann wanderte in Untersuchungshaft.

Die Raubserie begann in der Nacht zum Samstag auf der Komphausbadstraße, wo drei Angreifer südländischen Aussehens gegen 4.15 Uhr einem 22-Jährigen das Handy entwendeten. Einer aus dem Trio hatte ihn zuvor ohne Vorwarnung geschlagen. Eine Viertelstunde später wurde ein 52-Jähriger von hinten auf der Stolberger Straße niedergeschlagen. In diesem Fall waren Zigaretten und Bargeld die Beute.

Am frühen Sonntagmorgen wurde einer 33-jährigen Frau gegen 4.35 Uhr auf dem Hohenzollernplatz die Handtasche entrissen. Hierdurch stürzte sie zu Boden und verletzte sich leicht. Gegen 6.30 Uhr wurde ein 71-Jähriger auf dem Peterskirchhof von drei Männern angesprochen und auf den Kopf geschlagen. Aus der Hosentasche stahlen die Täter sein Portemonnaie. Der nächste Raubüberfall geschah gegen 6.50 Uhr am Marschiertor. Zwei Männer nahmen einen 27-Jährigen von hinten in den Schwitzkasten und schlugen und traten brutal auf ihr Opfer ein. Danach entwendeten sie das Handy, die Armbanduhr und die Geldbörse des Opfers.

Gegen 17.50 Uhr rissen zwei südländisch aussehende Räuber einer 53-jährigen Frau auf der Passstraße die Tasche aus der Hand und flüchteten in den Stadtpark. Ein 42-jähriger Passant, der den Überfall beobachtete, konnte sie verfolgen, daraufhin schmiss ein Täter die Tasche auf den Boden. Dank des couragierten Eingreifens konnte die Frau ihre Handtasche wieder mit nach Hause nehmen.

Die Kripo hat in Zusammenarbeit mit dem Gaststättenverband in zahlreichen Lokalen Warnplakate aufgehängt. Sie bittet zudem Nachtschwärmer und Anwohner, denen verdächtige Personen auffallen, um Mithilfe. Sprecherin Wüster: „Sobald jemand etwas Auffälliges feststellt, bitte sofort die 110 anrufen. Wenn uns Zeugen verdächtige Personen melden, können diese dann sofort überprüft und kontrolliert werden.“ So könne man bessere Hinweise erhalten, da die Opfer vielfach von hinten attackiert würden und zu eindeutigen Angaben nicht in der Lage seien.

Die Verhaltenstipps

Vor allem den nächtlichen Besuchern der Innenstadt gibt die Polizei folgende Verhaltenstipps:

Benutzen Sie für den Heimweg öffentliche Verkehrsmittel wie Busse, Bahnen oder Taxis.

Zählen Sie niemals für andere erkennbar Bargeld.

Schöpfen Sie Misstrauen, wenn Ihre „Kneipenbekanntschaft“ Sie nach Hause bringen will.

Wenn man doch zu Fuß geht: Benutzen Sie beleuchtete und belebte Straße, beobachten Sie Ihre Umgebung aufmerksam und gehen Sie möglichst nicht alleine nach Hause.

Wenn doch ein Überfall passiert: Gefährden Sie nicht sich oder andere! Prägen Sie sich nach Möglichkeit die Täter und den Handlungsablauf genau ein. Rufen Sie sofort die Polizeinummer 110 an!

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