Aachen - Raub an Imbissbuden-Besitzern: Täter entschuldigt sich

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Raub an Imbissbuden-Besitzern: Täter entschuldigt sich

Von: Janou Müller-Beuermann
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Aachen. Die brutale Attacke auf das Betreiber-Ehepaar des Zacharias Grills im Frankenberger Viertel und dessen prall gefüllte Urlaubskasse beschäftigt seit Freitag die 1. große Strafkammer des Landgerichts Aachen.

Hier muss sich ein 32 Jahre alter Mann wegen versuchten schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Gemeinsam mit einem unbekannt gebliebenen Mittäter habe er Anfang August vergangenen Jahres dem nach Feierabend auf dem Nachhauseweg befindlichen Paar eine mit sehr vielen tausend Euro bestückte Tasche zu entreißen versucht, steht in der Anklageschrift.

Die maskierten Täter sollen in der Dunkelheit plötzlich hinter Mülltonnen hervorgesprungen sein, beißendes Pfefferspray eingesetzt, den Mann zu Boden geschubst, ihn geschlagen und getreten haben. Weil der 61-Jährige seine Tasche mit dem wertvollen Inhalt aber fest umklammert gehalten haben, er und seine Frau aus Leibeskräften um Hilfe gerufen hätten und Zeugen rasch herbeigeeilt sein sollen, sei das Täter-Duo ohne Beute weggelaufen. Einer von ihnen habe auf der Flucht einen Handschuh verloren. DNA-Spuren daran führten die Ermittler zu dem Angeklagten.

Tipp über die Geldsumme

Dieser sagte zu Prozessbeginn, es habe von dritter Seite her den Tipp gegeben, dass die Imbissbuden-Besitzer in Urlaub fahren und in der Nacht zuvor viel Bargeld bei sich tragen würden. „Das klang ziemlich verlockend“, sagte der Mann vor Gericht. Hier gab er eine Mitschuld zu. Treibende Kraft war seiner Schilderung zufolge aber der andere Täter, dessen Namen er freilich nicht preis geben wollte.

Dieser habe das Spray versprüht und die Schläge und Tritte ausgeteilt, beteuerte der Angeklagte. Er selbst habe bei der Sache mitgemischt, weil er Geld gebraucht habe für seinen beträchtlichen Drogenkonsum. Auch vor der Tat habe er Rauschmittel zu sich genommen.

„Ich möchte mich entschuldigen“, wandte er sich im Prozess an die überfallene Despina S. „Es war nicht beabsichtigt, dass das so eskaliert“, sagte er. „Ich kann ihm nicht verzeihen“, entgegnete die 60-Jährige, die bei der Tat ebenfalls zu Boden geworfen wurde. Sie und ihr Mann Stavros seien noch immer beeinträchtigt durch die Tat. Sie selbst habe nach wie vor Angst und könne trotz psychotherapeutischer Behandlung weder richtig essen noch schlafen. „Ich könnte jetzt losweinen“, sagte sie bewegt.

Ihr Mann habe nach der Tat nicht ins Krankenhaus gewollt, weil der Urlaub anstand. Seine 85 Jahre alte, kranke Mutter habe in der griechischen Heimat auf ihn gewartet. Da habe er nicht einfach wegbleiben können.

Der Prozess wird am nächsten Freitag fortgesetzt. Vermutlich wird dann auch ein Urteil gesprochen.

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