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Ratschläge des Kabarettisten zur Berufswahl

Von: Heiner Hautermansund Lena Özman
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Großer Andrang: Der Tag der S
Großer Andrang: Der Tag der Studien- und Berufsorientierung für die Oberstufe des Kaiser-Karls-Gymnasiums begann und endete in der Aula Carolina. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. „Lasst Euch Zeit, schaut Euch genau um und dann zieht es durch!” Es waren durchaus ernste Worte, die Kabarettist Wendelin Haverkamp jetzt in der Aula Carolina sprach.

Der 64-Jährige war an die Stätte seiner Jugend zurückgekehrt, das Kaiser-Karls-Gymnasium hatte er sowohl als Schüler als auch als ausgebildeter Lehrer einige Jahre frequentiert, bevor er seine Künstlerkarriere zunächst als Musiker (Bassist einer Rockband) startete.

Zum Abschluss des Tags der Studien- und Berufsorientierung gab Haverkamp im Gespräch mit Marco Sievert, dem Vorsitzenden der Ehemaligenvereinigung, Ratschläge fürs weitere Leben: „Man sollte sich nicht einreden lassen, dass alles ganz schnell gehen soll. Früher in den Kindergarten, schneller zum Abitur, kürzeres Studium und dann längeres Arbeiten.” Bevor man den Beruf wähle, solle man sich intensiv informieren und orientieren, riet der Autor und Komponist den rund 300 Schülern, die zuvor den erstmals in dieser Form stattfindenden Tag absolviert hatten.

Haverkamp, geboren als Mischling (Vater Westfale, Mutter Rheinländerin) habe als Gelegenheitslehrer am KKG gelernt, dass „andere Berufsfelder interessanter sein können”, so drückte es Marco Sievert, Geschäftsführer einer Firma für Veranstaltungstechnik, aus. Der Lebenslauf des Grimme-Preisträgers sei beileibe nicht gradlinig verlaufen.

Das Zeugnis der Reife, das er Ende der 60er Jahre erhalten habe, erläuterte der Radio- und Fernsehmoderator, sei ihm in einer Situation ausgestellt worden, in der er am wenigsten reif im Leben gewesen sei, auch die damalige Berufsberatung mit psychologischen Tests habe ihn nicht wirklich weitergebracht: „Ich hatte damals keinen Schimmer, was ich wollte.” Die Noten in der Oberstufe seien als Grundlage für die Berufswahl untauglich.

Man sollte sich informieren, was in den späteren Jobs wirklich ablaufe, denn das sei oft etwas völlig anderes, als an der Hochschule gelehrt werde: „Oft gibt es da eine riesige Diskrepanz.” Überhaupt ließ Haverkamp kein gutes Haar am Bachelorsystem: „Das ist völlig verfehlt. Man bekommt Stundenpläne und muss die erfüllen.”

Wichtig sei es, auszuprobieren, was man machen wolle. Im Lauf der Zeit sollte man durchaus auch lernen, was man nicht kann.„Als Künstler geht man ein großes Risiko ein, aber es gibt wenige Berufe, die einem so viel geben”, schilderte er seinen eigenen Werdegang.

Blicke in 35 verschiedene Berufe hatten die Oberstufenschüler in den vier Schulstunden zuvor werfen können. Referenten aus den unterschiedlichsten Bereichen, darunter viele KKG-Absolventen, informierten über unterschiedlichste Bereiche wie Architektur, Jura, Medizin oder Chemie, aber auch Produktdesign, Umweltingenieurwesen oder Journalismus. „Wir haben versucht, ein möglichst breites Spektrum zu bieten”, fasst es Organisatorin Dr. Renate Schwab zusammen.

Und auch die Rückmeldungen aus der Schülerschaft waren positiv. Carolin Lemmens aus der Stufe EF: „Anfangs waren wir alle nicht sonderlich angetan, dass wir unseren Wandertag opfern mussten. Aber es hat sich im Nachhinein auf jeden Fall gelohnt. Wir konnten Einblicke in die unterschiedlichsten Berufsfelder bekommen, nicht nur fachlich.”Als Ausgleich für den Wandertag wird den Schülern im nächsten Jahr ein Tag zur Verfügung gestellt, an dem alle Leistungskurse Exkursionen unternehmen.
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