Rammschutz für Centre Charlemagne stellt Heiligtumsfahrt vor Probleme

Von: Werner Breuer
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Kein Durchkommen: Die Barrieren sollen verhindern, dass Ganoven mit Fahrzeugen die Glasfassade des Centre Charlemagne durchbrechen und die teils sehr wertvollen Exponate stehlen können. Foto: Harald Krömer

Aachen. In Sinne der Stadtmöblierung könnte man die Klötze wohlmeinend als immerhin funktional bezeichnen. Rund ein halbes Dutzend sperriger Steine liegt neuerdings auf dem Katschhof im Weg – und genau das ist auch ihr Zweck. Sie sollen die Durchfahrt zum Centre Charlemagne versperren, Polizei und Versicherung wollen das so.

Damit sollen die Exponate der Ausstellung zu Karls Schätzen im Centre Charlemagne geschützt werden. Einige der Ausstellungsstücke, die in diesen Tagen angeliefert werden, seien „enorm wertvoll“, erklärt Stadt-Pressesprecher Hans Poth. Das könnte in kriminellen Kreisen Begehrlichkeiten wecken. Darüber ist auch bei einem Gespräch zwischen den Verantwortlichen der Ausstellung, der Polizei und der Versicherung in der vergangenen Woche geredet worden.

Und weil sich Polizei und Versicherung in kriminellen Kreisen naturgemäß besser auskennen, kam ihnen die Möglichkeit in den Sinn, dass Ganoven ganz rustikal mit einem Fahrzeug zwischen Bäumen und Sitzmöbeln hindurch in die schicke Glasfassade des Centre Charlemagne brettern und sich dann drinnen bedienen. „Da musste dringend etwas gemacht werden“, erklärt Poth.

In der Eile hat man jedoch eine Kleinigkeit übersehen. „Es wurde nicht daran gedacht, dass dieser Platz auch für die Heiligtumsfahrt genutzt wird.“ Und so stolperte Franz-Josef Staat, der Leiter des Gesamtprojekts Heiligtumsfahrt, am Dienstag über die Steine just dort, wo er in der kommenden Woche eine Info-Bude und ein Technikzelt aufbauen will. „Wenn die bis zum 18. Juni verschwunden sind, kommen wir zurecht“, sagt Staat. Bis dahin sollte das Problem zu lösen sein, meint Hans Poth, keinesfalls solle die Heiligtumsfahrt behindert werden. „Wir sind dabei, das so zu regeln, dass alle Beteiligten zu ihrem Recht kommen.“

Aber wenn dieses Problem gelöst ist, bleibt ein weiteres: „Die Dinger sind ja nicht besonders schön“, formuliert es der Stadt-Pressesprecher fein diplomatisch. Tatsächlich passen die wuchtigen Klötze zum kostenträchtig umgebauten Centre Charlemagne und der neuen Treppe an der Rückfront des Rathauses wie Dixie-Klos in den Kurpark.

„Ansprechendere Lösung“

Aber sie werden wohl „nicht auf ewig bleiben“, meint Hans Poth. Denkbar sei einerseits, dass ein solcher Rammschutz nach dem Ende der Ausstellung zu Karls Schätzen nicht mehr verlangt werde. Wenn aber andererseits auch darüber hinaus solche Barrieren vonnöten wären, müsste man sich Gedanken um eine „ansprechendere Lösung“ machen, so Hans Poth. Wenn also den Ganoven auf Dauer Steine in den Weg gelegt werden, sollten sie etwas netter aussehen.

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