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Radverkehr in Aachen auf einem guten Weg

Von: Nils Heinichen
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Der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Michael Groscheck spricht sich auf der Bundesversammlung des ADFC im Aachener Eurogress unter anderem gegen eine Helmpflicht für Radfahrer aus. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Ob zur Schule, zur Arbeit oder einfach mal eben flott zum Bäcker um die Ecke: Das Fahrrad wird immer häufiger zur Alternative Nummer eins, um möglichst unkompliziert, sicher und kostengünstig von A nach B zu kommen.

Auf der 34. Bundeshauptversammlung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) berieten am vergangenen Wochenende rund 140 Delegierte aus ganz Deutschland über die Zukunft des Radverkehrs.

Und die sehe in einer Zeit, in der immer mehr Menschen zurück in die Stadt ziehen wollen, der Autoverkehr vor immer größer werdenden Problemen steht und das Thema Umwelt bei der Mobilitätsfrage wichtiger denn je ist, gar nicht so übel aus.

Bei der zweitägigen Veranstaltung im Eurogress diskutierten die Delegierten die anstehenden Herausforderungen des Radverkehrs und legten die politische Richtung des Verbandes für das kommende Jahr fest. Themenschwerpunkte waren „Radfahren für alle“, „Das Rad als Lösung für viele gesellschaftliche Probleme“ sowie „Das Rad als perfekte Verbindung zwischen Nah- und Fernverkehr.“

„Riesiges Potenzial“

„Das Fahrrad hat ein riesiges Potenzial als Verkehrsmittel und kann einen enormen Beitrag zur Ablösung des Autos als Hauptverkehrsmittel für die Mehrheit der Deutschen leisten“, sagte der Bundesvorsitzende Ulrich Syberg. „Es gibt zwar immer noch sehr viel zu tun, allerdings darf man nicht vergessen, dass wir vieles bereits geschafft und umgesetzt haben“, ergänzte sein Vize Ludger Koopmann.

Viele Länder würden sich inzwischen an Deutschland orientieren, auch wenn Holland immer noch als Vorreiter gelte. „Dort wird Fahrrad gedacht“, erklärte Syberg. Um den Radverkehr in Deutschland noch weiter verbessern zu können, fordert der ADFC rund 415 Millionen Euro vom Bund für infrastrukturelle und nicht-investive Maßnahmen. Bislang stehen 75 Millionen Euro jährlich zur Verfügung.

Die Aachener ADFC-Vorsitzende Monika Volkmer sieht die Entwicklung des Radverkehrs auf einem guten Weg, insbesondere in der Kaiserstadt. „Wir haben schon viel gemacht in Aachen. Die Stadt tut einiges für den Radverkehr“, lobte sie. „Wir hoffen, dass in Zukunft noch weitere Gelder freigemacht werden, um die Verkehrssicherheit der Radfahrer weiter zu verbessern.“

Auch die Einführung der „Autobahnen“ für Radfahrer, sogenannte Radschnellwege, ist nach wie vor im Gespräch. „Wir wollen Radschnellwege in NRW einführen. Dazu ist jedoch eine gute Planung nötig“, erläuterte der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Michael Groschek.

Zunächst wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, bei dem in den fünf Sieger-Städten „Radschnellwege konkret geplant werden“. Aachen hat sich ebenfalls beworben. Nach Informationen der „Rheinischen Post“ sollen drei der fünf Sieger bereits feststehen. Dabei handele es sich um Routen in Düsseldorf, Köln und Ostwestfalen.

Ob die „Rad-Autobahnen“ allerdings auch bei einer erfolglosen Bewerbung den Weg in die Region finden werden ist unklar. Groschek betonte aber, dass der Radverkehr eine immer größere Rolle spielen wird. „Die Zweiradmobilität, egal ob Fahrrad oder E-Bike, wird dieses Jahrzehnt bestimmen. Der ADFC ist für das Land dabei ein unverzichtbarer Bündnispartner.“

Bezüglich einer möglichen Helmpflicht für Radfahrer sind sich beide einig. „Wir sind gegen eine Helmpflicht. Das Tragen eines Helmes soll freiwillig sein“, erklärte Ludger Koopmann. „Bevormundung durch die Politik endet immer in der Sackgasse, das hat die Vergangenheit immer wieder – auch hier in Aachen – gezeigt“, schloss sich Groschek an.

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