Radschnellwege sollen Pendler zum Umstieg bewegen

Von: Gerald Eimer
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Aachen. Radfahrer sollen in Aachen und im Umland künftig zügiger vorankommen. Die SPD-Fraktionen in Stadt und Städteregion machen sich gemeinsam für den Aufbau von Radschnellwegen stark.

Gedacht ist unter anderem an eine schnelle Verbindung von Herzogenrath über Kohlscheid und Richterich zum neuen RWTH-Campus sowie von Würselen über Haaren ins Aachener Zentrum.

Die SPD verspricht sich davon auch eine Entlastung für verstopfte Zufahrtstraßen. Ziel sei es, die Reisegeschwindigkeit zu erhöhen und den Einzugsbereich für radelnde Pendler zu vergrößern, sagt Michael Servos, verkehrspolitischer Sprecher der Aachener SPD.

Wie es gehen könnte, zeigen Projekte in den Niederlanden und in Dänemark. Bei einer Mindestbreite von 3,50 Meter und weitgehender Kreuzungsfreiheit sowie getrennt von Auto- und Fußgängerverkehr seien solche Trassen auch bei Geschwindigkeiten bis zu 35 km/h sicher befahrbar. Radschnellwege müssen gut beschildert sein und sollten im Idealfall beleuchtet werden, empfehlen auch die Verkehrsclubs VCD und ADFC. Radfahrer sollten auf diesen Trassen möglichst selten warten müssen. Der neue Ravel-Radweg von Aachen nach Luxemburg sei ein gutes Beispiel.

Aus Sicht von Josef Stiel, SPD-Fraktionschef im Städteregionstag, könnten Radschnellwege in Ballungsräumen einen wichtigen Beitrag leisten, Verkehrsströme zu entzerren und die Luft sauberer zu machen. Unter den 50000 Pendlern, die täglich Aachen ansteuern, gebe es sicher viele, die dank neuer komfortabler Trassen auch bei Arbeitswegen von zehn Kilometern und mehr aufs Fahrrad umsteigen würden. Reizvoll sei dies nicht zuletzt für Pedelec-Nutzer.

Die Planungen dafür dürften nicht an der Stadtgrenze aufhören, sagt Stiel. Der gemeinsame und gleichlautende Antrag an Stadtrat und Städteregionstag sei eine Premiere, er soll zugleich Pilotcharakter haben. Die Radschnellwege wären ein ganz praktisches Beispiel für die sinnvolle Zusammenarbeit von Stadt und Städteregion. „Wir hoffen auf Nachahmungseffekte”, sagt Aachens Fraktionschef Heiner Höfken. Vorerst sollen die Verwaltungen von Stadt und Städteregion Pendlerzahlen zusammentragen, mögliche Routen erarbeiten und die Kosten abschätzen. Die SPD erwartet Fördermittel von Land, Bund und EU.

Ähnliche Planungen gibt es bereits für eine „Rad B1” im Ruhrgebiet sowie in der Region Hannover. Das Fahrrad sei „ein schlafender Riese in der Verkehrspolitik”, erklärte jüngst der ADFC. Radschnellwege könnten ihn wecken.
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