Radler mit zwei Bierkästen am Lenker gestoppt

Von: red/pol
Letzte Aktualisierung:
symbol polizeikelle halt polizei kelle
Momentchen, bitte! Um Aachener Radfahrer für sicheres Fahren zu sensibilisieren, führt die Polizei derzeit verstärkt Kontrollen von Zweiradfahrern durch. Symbolfoto: dpa

Aachen. Ein gewisses Balanciergeschick war ihm nicht abzusprechen - trotzdem löste die Fahrweise eines jungen Aachener Radfahrers am Elisenbrunnen am Mittwoch bei einer Polizeistreife keinen Applaus aus. Die amüsante Anekdote hat allerdings einen ernsten Hintergrund.

„Auf wackeligen Rädern fuhr er den Beamten förmlich in die Arme“, hieß es im Polizeibericht. Der Grund dafür lag buchstäblich auf der Hand: In der Linken und Rechten hielt er jeweils einen Bierkasten - wenn auch ohne Flaschen. Da der Radler sich einsichtig zeigte, so eine Gefahr für sich und andere darzustellen, kam er mit einem Verwarngeld von zehn Euro davon.

Hintergrund der Polizeikontrolle ist die in jüngster Zeit gestiegene Zahl von Unfällen mit Radfahrern im Aachener Stadtgebiet. Allein in den vergangenen Wochen waren Radler immer wieder Opfer von Unfällen. Die Polizei will die radelnden Verkehrsteilnehmer durch die Kontrollen zu sicherer und vorschriftsmäßiger Fahrweise bewegen und auf den korrekten technischen Zustand zu achten.

Ein Polizeisprecher wies in diesem Zusammenhang daraufhin, dass sich zum 1. Mai einige Bußgeldvorschriften auch für Radfahrer geändert haben.

So kostet nun auch die Benutzung des Handys auf dem Fahrrad ohne Freisprecheinrichtung 25 Euro Verwarngeld. 20 Euro kostet es, wenn der vorhandene Radweg nicht oder in falscher Richtung benutzt wird. Fahren durch eine nicht freigegebene Fußgängerzone oder auf einem Gehweg kostet 15 Euro, mit Unfallfolgen oder Sachbeschädigung gar 30 Euro.

Richtig teuer wird es beim Ignorieren einer roten Ampel: Mit 60 und 100 Euro ist der Rotlichtradler dabei, ein Punkt in Flensburg kommt hinzu, wenn die Ampel schon länger als eine Sekunde kein Gelb mehr anzeigte. Zur Erinnerung: Bei acht Punkten ist inzwischen der Führerschein weg.

Auch in punkto Ausstattung hat sich einiges geändert: Batteriebetriebene Beleuchtung ist nun offiziell zugelassen. Das Fehlen einer Klingel kostet im übrigen 15 Euro. Eine solche hatte der Radler am Elisenbrunnen vorschriftsmäßig am Lenker montiert, schließt der Polizeibericht - „allein die Möglichkeit, diese Klingel zu betätigen, fehlte ihm“.

Leserkommentare

Leserkommentare (10)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert