Aachen - Radio Aachen: Werbeerlöse dramatisch weggebrochen

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Radio Aachen: Werbeerlöse dramatisch weggebrochen

Von: Heiner Hautermans
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Radio Aachen hat wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenz angemeldet. Dennoch ist der Sendebetrieb für die nächsten Monate nach Ansicht der Verantwortlichen gesichert.

Grund für die Schieflage ist die allgemeine Wirtschaftskrise, die den Lokalsender mit voller Wucht getroffen hat. Die Werbeeinnahmen sind in den letzten Monaten stark gesunken, teilte Helmut Maaßen, Geschäftsführer der Betriebsgesellschaft, auf Anfrage mit: „Die Finanz- und Wirtschaftskrise ist in Aachen angekommen.”

Zu allem Überfluss habe der Mantelprogrammanbieter Radio NRW, von dem man Einnahmen aus überregionaler Werbung beziehe, mitgeteilt, dass die Erlöse im Jahr 2009 voraussichtlich um 20 Prozent sinken würden. Da man nur über eine dünne Kapitaldecke verfüge, habe man den Einbruch nicht kompensieren können.

Radio Aachen finanziert sich komplett über Werbeeinnahmen. Man werde sich jetzt auf die Suche nach einem neuen Investor machen, sagte Maaßen weiter. Schon in der nächsten Woche würden Gespräche mit Interessenten geführt. Die Finanzierung für die nächsten Monate sei jedenfalls gesichert.

So habe man für März und April schon fest gebuchte Werbeaufträge, finanzielle Entlastung komme auch über das Insolvenzausfallgeld, das für drei Monate gezahlt werde. „Wir werden so schnell nicht abschalten.”

Die mehr als 20 Mitarbeiter, darunter zehn fest Beschäftigte, wurden Ende letzter Woche von Franz-Josef Thouet, dem Vorsitzenden der Veranstaltergemeinschaft, über die aktuelle Entwicklung informiert: „Ich hatte Tränen in den Augen.” Ebenso die Mitarbeiter.

Erst im Oktober hatte der Lokalsender mit Olaf Theissen einen ehemaligen langjährigen Mitarbeiter als Chefredakteur zurückgeholt. Thouet: „Das lief hervorragend.” Deshalb sei die Insolvenz für ihn überraschend gekommen, erst am Donnerstag habe er davon erfahren. Dennoch ist Thouet zuversichtlich: „Wir sind guter Dinge, dass wir in nächster Zeit eine vernünftige Lösung finden.”

1992 auf Sendung

Radio Aachen war am 1. Februar 1992 auf Sendung gegangen, konzipiert von der damaligen Landesregierung nach dem sogenannten Zwei-Säulen-Modell.

Franz-Josef Thouet, Seniorchef einer Werbeagentur: „Wir als Veranstaltergemeinschaft verfügen über kein Geld, wir haben die Lizenz für den Sender.”

Ende 2002 wurde schon einmal Insolvenz beantragt, damals gelang aber unter Federführung verschiedener Insolvenzverwalter ein Neustart. Einer der Beteiligten war Rechtsanwalt Frank Wiedemann, der sich die alten Akten wieder aus dem Keller hat kommen lassen.

Der vorläufige Insolvenzverwalter weiß aus dieser Zeit, wie kompliziert das Konstrukt ist, denn neben der Veranstaltergemeinschaft, die ebenfalls Insolvenz beantragt hat, und der Betriebsgesellschaft ist auch noch die Landesanstalt für Medien mit im Boot, die über die Weitererteilung der Lizenz wacht.

Der Insolvenzantrag sei von der Geschäftsführung der Betriebsgesellschaft gestellt worden, nachdem die Gesellschafter, unter ihnen verschiedene Unternehmen und Privatpersonen, die aufgelaufenen Verluste nicht mehr tragen wollten.

Große Firmen

Eine der gegenwärtigen Ideen sei, große Aachener Firmen als Investoren anzusprechen. Wiedemann: „Es gibt schon Kontaktpersonen, die Interesse haben. Wir wollen das ganz schnell machen.” Vorrangiges Ziel sei jetzt, Radio Aachen „auf der Spur zu halten”.

Und da ist auch Rechtsanwalt Wiedemann durchaus zuversichtlich, zumal sich die Verbindlichkeiten in einem überschaubaren sechsstelligen Bereich bewegten.
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