Quader sollen demnächst in Reih und Glied stehen

Von: Alfred Stoffels
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Die Steine des Anstoßes: Nach jüngsten Stürzen will die Verwaltung die Blausteinquader in der Ursulinerstraße in eine Achse bringen, um die Situation zu entschärfen. Reicht nicht, sagt die SPD. Foto: Harald Krömer

Aachen. Gleich zweimal werden sich Aachens Kommunalpolitiker in dieser Woche auf steiniges Gelände begeben. Es geht um die umstrittenen Blausteinquader in der Fußgängerzone Ursulinerstraße, die - wie nach und nach bekannt wurde - diverse Stürze ausgelöst haben; mindestens zwei Passantinnen verletzten sich dabei erheblich.

Teile der Politik und vor allem Vertreter der Behindertenverbände verlangten daraufhin eine Entschärfung der Situation, jetzt hat die Verwaltung reagiert: Die jeweils 400 Kilo schweren Brocken sollen demnächst so angebracht werden, dass sie in einer Reihe stehen und nicht mehr kreuz und quer. Zumindest die SPD hält das nicht für die optimale Lösung.

Die Mitglieder der Bezirksvertretung Mitte und des Planungsausschusses werden sich am Mittwoch und am Donnerstag mit dem diffizilen Thema befassen, das vor einigen Wochen hochkochte. Nachdem im vorweihnachtlichen Gedränge zwei Frauen über die Steine gestolpert waren und sich arge Blessuren zugezogen hatten, wurde bekannt, dass es schon des öfteren zu ähnlichen Kollisionen gekommen war.

Sofort brach eine große Diskussion über die Sinnhaftigkeit der Quader aus, die unter anderem befeuert wurde durch Vorwürfe von Angehörigen der Kommission Barrierefreies Bauen, sie seien in dieser Angelegenheit nie richtig befragt und beteiligt worden (was die Stadt Aachen zurückgewiesen hat).

Grundsätzlich bleibt die Stadt bei ihrer Meinung, die Quader seien weniger eine Stolperfalle als vielmehr eine Bereicherung der Fußgängerzone, mit einem „gleichermaßen praktischen wie gestalterisch-spielerischen Hintergrund”. Konzediert wird allerdings auch, dass es nach Installation der Steine „vereinzelte Unfallsituationen” gegeben habe, vor allem im Bereich der Hausnummern 1 und 7-9. Daher habe man zwei Quader, die besonders aus der Reihe tanzten, inzwischen entfernt.

„Positiv geklärt”

Zu einer Komplettentfernung der Quader, wie von den Sozialdemokraten schon vor einer Weile beantragt, mag sich die Stadt allerdings nicht verstehen. Sie schlägt stattdessen vor, einen Teil der klobigen Gerätschaften „rhythmisiert zu platzieren” - hintereinander statt in der Achse verschoben wie bisher. Die rechtliche Situation sei, so wird betont, „in der Verwaltung und mit dem Gemeindeunfallversicherungsverband positiv abschließend geklärt”.

Die SPD hält diese Lösung nicht für den großen Wurf, ist vielmehr der Ansicht, dass den Quadern durch eine lediglich neue Verteilung nichts von ihrer Gefährlichkeit genommen werde. Ratsherr Norbert Plum, planungspolitischer Sprecher seiner Fraktion: „Insbesondere für sehbehinderte Menschen wird es ja nicht besser. Von der Farbe her unterscheiden sich die Quader kaum vom Untergrund, und nach wie vor entwickeln sie das Risiko für die Fußgänger in Schienbeinhöhe.

Forderung der SPD: Entweder ganz weg die Quader oder aber Umbau des Ensembles in eine Art Sitzbank wie in der Adalbertstraße, „so jedenfalls ist die optische Änderung nicht ausreichend”.

Die Stadt hat hat schon einmal vorsorglich darauf hingewiesen, was geschehen soll, wenn die Politik die Blausteinwürfel verschwinden lassen will - „dann müssten die herkömmlichen Pollermodelle zum Einsatz kommen”.
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