Aachen - Puppenspiel feiert am Theater Premiere

Puppenspiel feiert am Theater Premiere

Von: Christina Diels
Letzte Aktualisierung:
amsel_bu
Julia Brettschneider (rechts) und Wiebke Alphei lassen die Puppen erzählen: Das Kinderstück „Frau Meier, die Amsel” feiert am Samstag, 10. Januar, 15 Uhr, in der Kammer Premiere. In den Hauptrollen Herr und Frau Meier. Foto: Carl Brunn

Aachen. Frau Meier macht sich über vieles Sorgen: darüber, ob genügend Rosinen in den Kuchten gerührt hat oder darüber, ob der Vorrat an eingelegten Gurken im Keller reicht. Herr Meier findet die Sorgen seiner Ehefrau unwichtig.

Als Frau Meier eines Tages eine junge Amsel in ihrem Garten findet, gibt es nun wirklich etwas, um das sie sich sorgen muss: Der Vogel braucht Futter und er soll richtig fliegen lernen. Dafür klettert Frau Meier mit ihm sogar auf einen Kirschbaum...

Komisch und poetisch

Kleine Zuschauer können Herrn und Frau Meier als kleine Puppen, etwa einen halben Meter groß, am Theater Aachen erleben. Das Puppenspiel „Frau Meier, die Amsel” nach dem Bilderbuch von Wolf Erlbruch feiert am Samstag, 10. Januar, 15 Uhr, in der Kammer Premiere.

Julia Brettschneider und Wiebke Alphei, die beide an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch” in Berlin Puppenspielkunst studiert haben, bringen das komische und poetische Stück auf die Bühne. Sie erzählen die Geschichte über Ängste und die Möglichkeit, über sich hinauszuwachsen als Puppenspiel.

„Vor einem Dreivierteljahr kam Julia Brettschneider mit der Idee eines Puppenspiels”, erinnert sich Theaterpädagogin und Dramaturgin Katrin Eickholt.

Ein kurzer Vorlauf für ein Theaterstück. Doch das Haus war begeistert von der Idee und sagte zu für das Budget für Bühnenbild und Puppen.

Nur die Proben musste dazwischen geschoben werden. Weil das Stück im ursprünglichen Spielplan nicht vorgesehen war, laufen die erst seit dem 29. Dezember. „Deswegen sind wir auch in Verzug”, sagt Eickolt.

In der Kammer haben die Bühnenbauer schon einen Tisch gestellt. Der steht auf vier Beinen, allerdings ein wenig schräg. „Damit man die Puppen besser sieht”, erklärt Eickholt.

In der großen weißen Schublade ist das Schlafzimmer der Meiers, verrät sie. Unter dem Tisch stapeln sich vier Gläser eingelegte Gurken.

„Das ist der Keller”, sagt Eickholt. Nicht immer maßstabsgetreu im Verhältnis zur Größe der Puppen. Kuchen und Gurkengläser haben Normalgröße, die kleine Kommode als Requisite gibt´s nur im Miniaturformat. „Die Größen passen nicht immer, aber das macht den Reiz aus”, findet Eickholt.

Die Figuren für die erste reine Puppenproduktion am Theater Aachen hat Wiebke Alphei selbst gebaut. Aus einer Masse namens Formplast besteht der Kopf, Watte und Bänder hat sie für die Arme benutzt.

Scharniere fungieren als Gelenke. Und eine Feder verbindet als Hals Körper und Kopf. „Die Schauspieler führen die Puppen am Kopf, Schulterblatt und an den Armen”, erklärt Eickholt. „Man vergisst aber ganz schnell, dass die Schauspieler mit auf der Bühne stehen.”

Dann konzentriert sich der Zuschauer ganz auf Herrn und Frau Meier und die Amsel. Eickolt holt die beiden Puppen aus der großen blauen Tüte, in der sie noch schlummern bis zur nächsten Probe: Frau Meier mit besorgtem Gesichtsausdruck, Herr Meier mit einem Lächeln.

Für den Schnabel der Amsel hat Alphei eine Haarspange verwendet und gelb angemalt. Alles improvisiert.

Eickholt freut sich auf die Premiere: „Das ist weder ein animierter Zeichentrickfilm noch die Puppenkiste im Fernsehen. Wir spielen live. Und darauf lassen sich die Kinder ein”, ist sie überzeugt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert