Provisorische Gedenktafel für Maidemo des DGB

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen. 80 Jahre sind es am 2. Mai 2013 her, dass die Nationalsozialisten unter Hitler auch in Aachen die freie Gewerkschaftsbewegung zerschlugen und ihre Mitglieder sodann gnadenlos verfolgten. Die Bronzeplatte zur Erinnerung wurde jedoch nicht rechtzeitig fertig.

Der Zwangsschließung des damaligen ADGB (Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund) mit seinem Gewerkschaftshaus in der Kleinköln­straße sollte nach der Planung des DGB Aachen bereits am 1. Mai, dem „Tag der Arbeit“, auf dem Demonstrationsmarsch von der heutigen Zentrale hin zur Kundgebung am Markt mit einem Stopp am Haus Nr. 18 gedacht werden.

Es war ein schöner, dem Anlass angemessener Plan, der am Mittwoch zeitweise völlig zu scheitern drohte. Denn DGB-Chef Ralf Woelk erfuhr von dem für die Bronzetafeln der „Wege des Vergessens“ zuständigen Winfried Casteel (Volkshochschule), dass die Tafel zwar in Auftrag gegeben sei, aber sicherlich nicht bis zum 2. Mai fertig werde.

Woelk ziemlich blass vor der Presse: „Wir haben das im Dezember besprochen und es klar gemacht“, meinte er morgens ratlos. Ohne Tafel mit einer Inschrift hätte es aber wenig Sinn gemacht, den mehr als tausendköpfigen Zug der Maikundgebungsteilnehmer – anders als sonst – auf einer neuen Route durch die Kleinköln­straße zu schicken.

Passiert war laut Casteel, dass ein Mann der Arbeiterschaft, nämlich der Bronzegießer der beauftragten Firma, bereits länger krank war – und so eben keine Gedenktafel hergestellt werden konnte. Nachmittags dann Entwarnung: Man habe sich, so Woelk, auf eine Zwischenlösung geeinigt. Eine weniger schöne Ersatztafel wird nun an der linken Gebäudeseite des Hauses, das Möbel Grossmann gehört, angebracht, so dass die Maidemo wie vorgesehen Station dort machen kann.

Kundgebung auf dem Markt

Die Kundgebung auf dem Markt stehe im Zeichen der großen Themen, die der DGB für alle Parteien zum Prüfstein bei der Bundestagswahl im September machen will. Woelk: „Die Beschäftigten spüren heute deutlich, was die Deregulierung des Arbeitsmarktes in den letzten zehn Jahren angerichtet hat.“

So wolle man jetzt eine generelle „Neuordnung der Arbeit“, Themen wie Minijobs, Mindestlohn, Zeitarbeit müssten neu angegangen werden, um die sozialen Schieflage vieler abzumildern. Hinzu komme das Thema Rente mit 67, eine Geschichte, die zwangsläufig auf Rentenkürzungen zulaufe. Kundgebungsredner wird der Wirtschaftsexperte Prof. Heiner Flassbeck sein. Der ehemalige Chef-Volkswirt der Unctad, einer Unterorganisation der UNO, wird zum Thema „Soziales Europa“ sprechen.

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