Protest legt Ostviertel lahm

Von: Georg Dünnwald
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Am Freitag informierte unter anderen Hauptkommissar Thomas Branke die Anwohner der Beverstraße und der Bismarckstraße über mögliche Beeinträchtigungen durch Demonstrationen.

Aachen. Wenn am Samstag gegen Neonazis demonstriert wird und damit den Rechtsradikalen gezeigt wird, dass sie in der Stadt nichts zu suchen haben, ist beinahe das gesamte Ostviertel lahmgelegt. Ab der Josefskirche bleibt der Adalbertsteinweg als wichtige Magistrale bis hinter die Eisenbahnbrücke an den Aachen-Arkaden bis mindestens 18 Uhr gesperrt.

Viele Geschäftsleute in der Elsassstraße erwägen wegen des erwarteten Menschenandrangs, ab 11 Uhr ihre Geschäfte zu schließen. Zudem wollen auch mehrere Geschäftsleute gegen die Naziumtriebe mitmarschieren. Nahezu jedes Schaufenster in der kleinen Einkaufsmeile des Ostviertels ist mit dem gelben Plakat geschmückt, auf dem in dicken Lettern prangt: „Wir sind Aachen - Nazis sind es nicht.”

Der Stadtbetrieb hat bereits Freitag früh damit begonnen, Absperrgitter an zentralen Orten zu deponieren. „Für alle Fälle, die Polizei kann die dann beliebig aufstellen”, erklärt Björn Gürtler vom städtischen Presseamt.

Vorbereitungen treffen musste auch ein Autoverleiher an der Stolberger Straße. Das Firmengelände liegt unweit der Moschee-Baustelle. Aus Sorge, dass Kunden mit ihren gemieteten Autos am Samstag durch Absperrungen blockiert werden könnten, wurde am Freitag noch allerhand umdisponiert.

Absolutes Halteverbot

Die Polizei weist darauf hin, dass in mehreren Straßen zwischen 6 und 20 Uhr absolutes Halteverbot besteht. Kfz-Halter sollten ihr Auto daher frühzeitig wegsetzen. Andernfalls riskieren sie, dass es abgeschleppt wird.

Die betroffenen Straßen sind die Beverstraße (zwischen Trierer Straße und Kronprinzenstraße), der Parkplatz Bahnhof Rothe Erde, der Reichsweg, die Stolberger Straße auf der rechten Seite stadtauswärts zwischen Elsassstraße und Rottstraße und die Elsassstraße (zwischen Stolberger Straße und Baumarkt „Max Bahr”). Für eventuelle Fragen hat die Polizei ein Bürgertelefon unter 0241/9577-0 eingerichtet.

Auch die Aseag hat ein Bürgertelefon geschaltet. Unter 0241/1688-1 werden alle Fragen rund um die betroffenen Buslinien beantwortet. Das Verkehrsunternehmen verteilt bereits seit Donnerstag Flugblätter mit Informationen über die geplanten Verkehrsführungen der Busse in den betroffenen Gebieten. Auch am Samstag werden diese Info-Zettel den ganzen Tag über verteilt.

Aseag-Pressesprecherin Eva Wußing: „Wir werden vor Ort Verkehrsmeister und Servicepersonal einsetzen, die im ständigen Kontakt mit unserer Leitstelle stehen und umfassend informieren können.”

Haltestellen aufgehoben

Klar ist, dass alle Linien, die normalerweise über den Adalbertsteinweg in Richtung Forst, Brand und Eilendorf und darüber hinaus rollen, ab Josefskirche in die Stolberger Straße umgeleitet werden. Von dort aus geht´s dann über die Dresdener Straße zu den Zielorten. Die Haltestellen Elsassstraße, Kennedypark, Geschwister-Scholl-Gymnasium (Linien 2, 12, 22) und Bahnhof Rothe Erde (alle Linien in den Aachener Südraum) werden ersatzlos aufgehoben. Erst am Samstag Abend (20 Uhr) wird voraussichtlich wieder der „Normalzustand” gelten.

„Aber auch die Buslinien im Bereich Frankenberger Viertel werden bei Bedarf umgeleitet”, teilt Eva Wußing mit. Bahnreisende sollten ihre Fahrt nicht am Bahnhof Rothe Erde beginnen, sondern am Hauptbahnhof oder am Bahnhof Schanz starten.
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