Aachen - Protest gegen Atomkraft

Protest gegen Atomkraft

Von: Martina Stöhr
Letzte Aktualisierung:
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Martina Haase und ihre Mitstreiter von der AKW-Nee-Gruppe in Aachen entfalteten vom Aussichtsturm auf dem Dreiländerpunkt ein großes Banner „Atomenergie - Stopp”. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Seit 30 Jahren kämpft Martina Haase von der Aachener „AKW-Nee-Gruppe” gegen Atomkraftwerke. Es sei ein mühsamer Kampf, sagt sie und die Erfolge vielleicht nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Doch Martina Haase lässt nicht locker und setzt sich nach wie vor für Aufklärung ein.

Mit einem riesigen Banner am Aussichtsturm des Dreiländerecks wollten sie und ihre Mitstreiter am Sonntag auf die jüngsten Entwicklungen in Sachen Atomkraft aufmerksam machen.

Laut Haase beabsichtigt der Betreiber Delta NV, einen zweiten, größeren Block beim Atomkraftwerk Borssele in Zeeland (nahe Vlissingen) am Meer zu errichten. Und obwohl alle EU-Bürger ein Recht hätten, Einspruch dagegen zu erheben, sei das Vorhaben nur in der näheren Umgebung bekannt.

Mit ihrer Aktion am Dreiländerpunkt versucht die „AKW-Nee-Gruppe” die Öffentlichkeit zu informieren und möglichst viele Unterschriften für einen Sammeleinspruch zusammenzubringen. Die Frist dafür läuft laut Haase nur noch bis zum 16. Oktober.

„Die Leute reagieren ganz unterschiedlich”, erzählt Haase, nachdem ihre Mitstreiter dafür gesorgt haben, dass ein großes Banner mit der mehrsprachigen Aufschrift „Kernenergie - Stopp” am Aussichtsturm am Dreiländereck flattert.

Die Atomkraftgegner suchen dann das Gespräch mit den Besuchern und bitten sie um ihre Unterschrift für den Sammeleinspruch. Während die einen bereitwillig zustimmten, gebe es auch viele andere, die den Atomstrom für harmlos hielten, sagt Haase und will letztere von der Gefährlichkeit der Reaktoren überzeugen.

Zudem sagt sie, sei es ein Ammenmärchen, dass die Atomenergie umweltfreundlich sei. Wirklich umweltfreundlich seien nur die erneuerbaren Energien.

Die Aktion am Dreiländerpunkt steht in engem Zusammenhang mit dem „Anti-Atom-Treck” nach Berlin am Samstag. Die Atomkraftgegner wollen das Thema gerade vor den Bundestagswahlen erneut ins Gespräch bringen. „Denn es hängt von uns ab, wie sich die Parteien nach der Wahl zur Atomenergie verhalten”, meinen sie.

Auch die „AKW-Nee-Gruppe” in Aachen will den Wahlkampf nutzen, um auf ihre Belange aufmerksam zu machen. So will sie bei Veranstaltungen der Grünen und der Linken, aber auch bei der SPD Unterschriften sammeln.

„Kleine Grenzanfrage”

Zwei Jahre saß Martina Haase als Vertreterin der Linken im Umweltausschuss, zog sich dann aber wegen des politischen Parteigerangels zurück. Am Dreiländereck informiert sie die sonntäglichen Besucher unter anderem über das Atomkraftwerk TihangeI in Belgien, das nach 34 Jahren Laufzeit eine zunehmende Unfallgefahr berge, und in Tihange II seien schon 1980 gravierende Mängel festgestellt worden.

Genau zu diesem Thema wollen die Atomkraftgegner einen Ratsantrag stellen. Sie wollen mittels einer „kleinen Grenzanfrage” über den genauen Stand der Dinge informiert werden.
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