Prost im „Klömpchensklub”

Von: Wolfgang Schumacher
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Hausmeister Horst Krause (links) und Platzwart Paul Claßen packen die Stadionuhr ein. Auch dieses gute alte Stück zieht mit um in den neuen Tivoli. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. „Und beim Abpfiff säät et Fränzje an der Jupp: Dat is än blievv deä selve Klömpchensklub!” Die Alemannia-Hymne der Drei Atömchen von 1967 soll auch im neuen Tivoli erschallen. Somit wird der traditionell unperfekte „Klömpchensklub” hinübergerettet ins (hoffentlich) perfekte neue Stadion.

Deshalb soll die Fankneipe auch genau jenen Namen tragen, den die Drei Atömchen seit Jahrzehnten trällern. „Das ist liebenswerte Selbstironie”, versichert die Leiterin des Fanprojektes, Kristina Walther. Und der Fanbeauftragte Robert Jacobs ergänzt: „Wir sind eben so als Aachener. Wir nehmen uns gerne selbst auf den Arm.”

Und diese sympathischen Eigenschaften der Öcher Fans und ihrer Alemannia will die Gruppe herstellen, die um Archivar Lutz van Hasselt seit Monaten die „innere”, die emotionale Ausstattung des neuen Tivoli plant.

Am Freitag präsentierten sie die Ergebnisse ihrer Bemühungen. Weit weniger kompliziert als die Namensgebung für die Fankneipe - man hatte sogar Umfragen auf den Tribünen gestartet - gestalteten sich die weiteren Namensgebungen. So war von vorne herein klar, dass das Amateurstadion den Namen des verstorbenen Aufstiegstrainers von 1999, Werner Fuchs, tragen soll. Die anderen vier neuen Trainingsplätze werden wie die Auswärtsgegner der Alemannia im Uefa-Cup heißen, also: Hafnarfördur, Sevilla, Athen und Alkmaar.

Zudem soll das ganze Stadion mit alten Stücken aus der bewegten Alemannia-Geschichte ausgestattet werden. In zwei festgelegten Ecken, so van Hasselt, werden im Fanshop ebenso wie in der Fankneipe schwarz-gelbe Schätzchen aus der langen Geschichte des Vereins zu sehen sein.

Da sind alte Trikots, Fotos, Wimpel und Plakate nach diversen Aufrufen zusammengekommen - etwa aus den 1950ern, auf denen der Gast 1.FC Köln angekündigt wird. „Das Spiel damals haben wir gewonnen”, meinte van Hasselt lächelnd.

Vieles habe man von Spielern wie Jupp Martinelle oder auch von Trainerlegende Michel Pfeiffer bekommen, lobt van Hasselt die Geberfreude der der Alt-Alemannen. Doch auch in vielen Kellern würden noch Schätzchen schlummern, sein Appell: „Bitte als Leihgabe an die Alemannia geben!” Denn im neuen Stadion ist viel Platz für Identifikationsrituale.

So hat die Gruppe, dabei auch die Fan-IG, die Aachen-Ultras sowie die Supporters, beschlossen, entlang der 16 Getränke- und Imbissstände einen Traditionsweg zu kreieren. So werden an jedem Kiosk zwei Tafeln angebracht, die Wissenswertes aus der Vereinsgeschichte präsentieren. Das beginnt mit Kiosk 1 am stadtnahen Eingang zur Haupttribüne mit der Tafel „Der Anpfiff - Josef Emunds”. Gemeint ist die Gründung am 16. Dezember 1900, als zwölf Schüler, darunter der spätere Vereinsvorsitzende Josef Emunds, sich zum verpönten Fußballspiel zusammenfanden. Der Rundgang endet mit Nummer 16. Die Aufschrift „Das Ziel - Reiner Plaßhenrich” erinnert an den Bundesligaaufstieg 2006 mit dem damaligen Kapitän „Heini” Plaßhenrich.

Auch der „Walk of Fame”, die Bodenplatten mit Sternchen und Namen der Aufstiegsmannschaft von 2006, wird umgebettet, er wird auf den Übergang vom Parkhaus zur Haupttribüne neu angelegt. Für Nostalgie sorgt auch die alte Stadionuhr - böse Zungen behaupten, es sei keine Hänge- sondern eine „Stand”-Uhr - stand am Freitag bereits zum Umzug bereit, sie wartete abgehangen und geduldig im Eingang der Spielerkabinen - sie wird im neuen Tivoli die Sparkassentribüne unterhalb der VIP-Logen zieren. „Uns war es wichtig, die Ausstellung in öffentlichen Bereichen für alle Fans zugänglich zu machen”, betonte Archivar van Hasselt.

Die Fans werden im übrigen einen eigenen, frei zugänglichen Raum in der Mitte des Bitburger Walls erhalten, dort können sie die Sachen für ihre Choreographien deponieren. Und, auch sehr fanfreundlich, die Theke der Gaststätte ist auf stattliche elf Meter Länge geplant, für Kraemer ein Grund auszutesten, ob es nicht vielleicht „die längste in ganz Aachen ist. In der Kneipe sollen künftig regelmäßig Stammtische der Fans stattfinden.

Kontakt zu den Archivaren: archiv@alemannia-aachen.de
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