Aachen - Promenadenstraße: Gezielte Provokationen von rechts

Promenadenstraße: Gezielte Provokationen von rechts

Von: gei/mik
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die Auseinandersetzungen zwischen Rechtsextremisten und der linksalternativen Szene in der Silvesternacht in der Promenadenstraße sind offenbar auf gezielte Provokationen von Neonazis zurückzuführen.

Davon geht in ihren ersten Einschätzungen auch die Polizei aus.

Nach Zeugenangaben sollen sich an dem Abend rund 20 Neonazis in einer kürzlich neu eröffneten Kneipe versammelt haben, die der bekannten Szenekneipe „Hauptquartier” gegenüberliegt, Treff unorthodoxer Linker, Künstler und bunter Paradiesvögel.

Mehrfach soll es an dem Abend zu verbalen Attacken zwischen den Gruppierungen gekommen sein, die am frühen Neujahrsmorgen gegen 4.30 Uhr zu eskalieren drohten.

Nur weil die Polizei schnell alarmiert wurde, konnten die Kontrahenten getrennt und gewaltsame Auseinandersetzungen verhindert werden.

Wie berichtet, hat die Polizei die Personalien von insgesamt 22 Beteiligten aufgenommen. „Die Szenen kennen sich”, sagt Polizeisprecher Michael Houba, der ebenfalls davon ausgeht, dass Rechte gezielt die Promenadenstraße aufgesucht haben. Dort befinden sich auch viele türkische Geschäfte sowie die Synagoge.

Der Vorfall passt zu den Beobachtungen, wonach meist jugendliche Neonazis immer offener und aggressiver in der Stadt auftreten, um ihre Gegner einzuschüchtern, Ziele waren in der Vergangenheit immer wieder auch die Kneipenmeile Pontstraße und das historische Zentrum.

Zudem verstärken sich die Hinweise, dass auch die Spontandemonstration für das linksgerichtete Autonome Zentrum vor zwei Wochen gezielt von Nazis, offenbar teils bewaffnet, attackiert wurde.

Noch laufen die Ermittlungen und Zeugenvernehmungen, erklärt Polizeisprecher Paul Kemen, der sich daher noch nicht abschließend äußern will. Der beteiligte Personenkreis sei „sehr unübersichtlich”. Strafanzeigen wurden gefertigt wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz, Körperverletzung sowie Sachbeschädigung.

Autonome Rechtsausleger

Vor allem in den beiden letzteren Fällen scheinen die Ermittlungen gegen Rechtsextremisten zu laufen, die den sogenannten „Autonomen Nationalisten” zuzurechnen sind.

Äußerlich sind sie von linken Autonomen nicht zu unterscheiden - sie sehen sich aber selbst als radikale Speerspitze der „nationalen Bewegung”.

Auf ihr Konto soll auch der Überfall auf einen 28-jährigen Antifaschisten und die Sachbeschädigung an der Neupforte gehen. Nach „Nachrichten”-Informationen sind die Neonazis damals über den Markt in Richtung Mostardstraße und weiter zur Neupforte geflüchtet.

In diesem Bereich hat die Polizei auch zwei 19 Jahre alte Nazis festgenommen. Auf dem Fluchtweg konnte die Polizei später auch einen Schlagstock und eine Gaspistole sicherstellen.
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