Aachen - Projekt „NRW bekämpft Energiearmut“ zieht positive Bilanz

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Projekt „NRW bekämpft Energiearmut“ zieht positive Bilanz

Von: Tim Habicht
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Steigende Kosten für Strom und Gas, energiefressende Haushaltsgeräte oder auch eigenes Fehlverhalten im Haushalt in Sachen Elektrogeräte bringen viele Menschen – vor allem mit kleinerem Portemonnaie – in die Bredouille. Das Thema Energiearmut ist brandaktuell.

Deswegen ging im Oktober 2012 das Projekt „NRW bekämpft Energiearmut“ an den Start. Aachen war dabei eine der ersten Städte in Nordrhein-Westfalen. Ein knappes Jahr später ziehen die Verantwortlichen die erste Bilanz – und diese fällt äußerst positiv aus.

„Insgesamt 110 ausführliche Beratungsfälle mit mindestens zwei Kontakten pro Fall hatten wir in den vergangenen Monaten. Dabei fällt unsere Beratung äußerst detailliert aus. Wir führen Budgetberatungen durch, erklären und kontrollieren die Rechnungen und prüfen den Energieverbrauch. Das Ziel ist zum einen die Sicherung des Abschlags und zum anderen ausstehende Forderungen an Energiekonzerne in Raten abzutragen“, beschreibt Martina Wagner, Fachberaterin Energiearmut der Verbraucherzentrale NRW, das Konzept des Projektes.

Dabei ziehen alle Beteiligten an einem Strang. Das NRW Verbraucherschutzministerium, die Verbraucherzentrale NRW, die Caritas NRW und die regionalen Energieversorger, im Aachener Fall die Stawag, sind beteiligt. Dietmar Siebigteroth, Leiter Privatkundenbetrieb der Stawag, sieht die Zusammenarbeit äußerst positiv: „Wir sind sehr froh über das Projekt und den Erfolg. Die betroffene Klientel ist meistens bei dem Thema sehr emotional. Das wird durch die Verbraucherzentrale als Mittler wesentlich sachlicher.

Außerdem steigt die Hemmschwelle sich seinem Problem zu stellen.“ Dank des Projektes „NRW bekämpft Energiearmut“ konnten 77 Prozent angedrohte Energiesperren verhindert und 71 Prozent vorhandene Energiesperren aufgehoben werden. Dabei stellte sich heraus, dass die betroffene Zielgruppe nicht unbedingt immer Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld bezieht.

Fast 30 Prozent aller Betroffenen verdient Gehalt. „Dabei sind nicht nur steigende Energiepreise Faktoren. Schlecht isolierte Wohnungen und Häuser oder energiefressende Haushaltsgeräte sind ebenso Gründe wie der falsche Umgang mit den Geräten“, so Siebigteroth.

Aber alle Verantwortlichen betonen immer wieder, dass man zwar in der betreffenden Situation helfen könne, aber das Problem lösen kann man leider nicht. „Bei den steigenden Energiekosten muss reagiert werden. Denn Strom und Gas werden immer mehr zur zweiten Miete und führen oft zu Schulden. Da muss vor allem die Politik eingreifen“, sagt Andreas Maul, Vertriebsleiter Stawag, energisch.

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