Projekt „Feuervogel” für die Kinder suchtkranker Eltern

Von: Birgit Küchen
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Freude bei Spendern und Empfä
Freude bei Spendern und Empfängern: Gudrun Jelich,Burkhard Schröders, Marie Gurr und Ferdinand Plum (von links). Foto: Heike Lachmann

Aachen. Als wahre Überlebenskünstler entpuppen sich die Kinder und Jugendlichen, die die Institution „Feuervogel” besuchen. Es handelt sich hier um ein Pilotprojekt, das eine Anlaufstelle für Kinder suchtkranker Eltern bietet.

Das im April 2009 initiierte Projekt konnte nun auch die Caritas-Gemeinschaftsstiftung überzeugen, die das Ziel verfolgt, die Stärkung von Familien und in Not geratene Menschen zu unterstützen, indem man Perspektiven aufzeigt und finanzielle Hilfe bietet. Deshalb überrreichte jetzt Burkhard Schröders, Diözesancaritasdirektor und Vorstandsvorsitzender der Stiftung, dem Projekt „Feuervogel” eine Spende in Höhe von 10.000 Euro, die Gudrun Jelich, Referentin Sucht, mit großer Freude entgegennahm.

„Das Projekt Feuervogel hilft den oft überforderten Kindern aus suchtbelasteten Familien. Das Angebot der Suchthilfe Aachen bietet den Heranwachsenden die Möglichkeit zu Veränderung und Weiterentwicklung und reduziert somit das Risiko, selbst krank zu werden. Mit dem Feuervogel haben wir als Stiftung ein oft verstecktes gesellschaftliches Problem in den Blick genommen”, betont Schröders.

In drei Gruppen aufgeteilt treffen sich einmal pro Woche 18 Heranwachsende im Alter zwischen 6 und 17 Jahren. Mit Hilfe von Rollenspielen und kreativen Arbeiten versuchen die Kinder und Jugendlichen zusammen mit ihren Betreuern und Therapeuten, den Alltag spielerisch aufzuarbeiten.

„Es sind alles großartige, starke Kinder. Sie haben Kompetenzen zu erlernen, von denen andere Altersgenossen verschont bleiben. So müssen sie selbstständig und pünktlich zur Schule kommen, lernen mit der Situation umzugehen, versetzt zu werden und sich um die eigenen Eltern zu kümmern. Sie leben in einer umgedrehten Welt”, erklärt die Betreuerin Marie Gurr.In den Gruppenstunden erfahren die Kinder und Jugendlichen, wie sie in bestimmten Grenzsituationen angemessen handeln können.

Darüber hinaus besteht für sie die Möglichkeit, sich mit Betroffenen im gleichen Alter offen über ihre Sorgen und Ängste auszutauschen. „Was in diesen Räumen besprochen wird, dringt nicht an die Öffentlichkeit. Denn es ist meistens ein gut gehütetes Familiengeheimnis”, so Gurr.

Bei diesen Treffen soll den Kids ein bestimmter Rhythmus vorgelebt werden - wie zum Beispiel das gemeinsame Essen. Aber auch besondere Events werden den Kindern und Jugendlichen geboten. Auf Einladung von Firmen besuchten sie beispielsweise das Grönemeyer-Konzert und die Eröffnungsfeier des CHIO. Ein weiteres Highlight war in diesem Jahr die Teilnahme am Aachener Kinderkarnevalszug, wo sie sich - von bunten Masken geschützt - der Öffentlichkeit präsentierten, und prompt erhielt die Gruppe vom Akika die Auszeichnung für die schönsten Kostüme.

Vorrang hat bei diesem Projekt die Präventionsarbeit, damit die jungen Menschen in die gleiche Spur wie ihre Eltern rutschen. Hier wurden bereits einige Erfolge verbucht, Jugendliche konnten erfolgreich in Arbeits- und Ausbildungsstellen vermittelt werden.

Die Betreuer sind allerdings nicht nur Ansprechpartner für die Kinder. Von den betroffenen Eltern ging eine Initiative aus, die dazu führte eine begleitete Selbsthilfegruppe zu gründen. Alle vier bis sechs Wochen trifft man sich, um gemeinsam über Erziehungsfragen zu diskutieren, sich zu vernetzen und der Isolation und Einsamkeit zu entfliehen.

Gerne können sich an diesem Projekt Interessierte melden. Doch die Warteliste ist lang: Allein rund 13.000 Betroffene gibt es in der Städteregion Aachen. Die großzügige Spende der Caritas-Gemeinschaftsstiftung deckt nur einen Bruchteil der Kosten, so dass die Institution weiterhin darauf bedacht ist, Gelder zu akquirieren.
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