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„Pro NRW“ plant Kundgebung vor Flüchtlingsheim

Von: Gerald Eimer
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Aachen. Die rechtspopulistische Partei „Pro NRW“ hat für den 16. März zu einer Kundgebung vor dem Flüchtlingsheim in der Eilendorfer Hansmannstraße aufgerufen. Die Demonstration ist Teil einer landesweiten Kundgebungsreihe, mit der „Pro NRW“ gegen angeblichen „massenhaften Asylmissbrauch“ protestieren will.

Derzeit schmieden mehrere Gruppen ein Bündnis, um eine Gegenkundgebung zu organisieren. Auf die Aachener Polizei könnte damit am Samstag in einer Woche ein arbeitsreiches Wochenende zukommen, denn Polizeisprecher Paul Kemen erklärte gestern auf Anfrage, dass auch die rechtsex-treme Partei „Die Rechte“ für diesen Tag eine Demonstration in Aachen angemeldet hat. Nähere Angaben dazu konnte Kemen noch nicht machen, da noch Gespräche mit dem Veranstalter geführt werden müssten.

Ob es sich um Konkurrenzveranstaltungen im rechten Lager handelt oder eine gemeinsame Aktion geplant ist, darüber konnte gestern auch Dominik Clemens vom Lokalen Aktionsplan Aachen (LAP) nur spekulieren. Clemens koordiniert die Arbeit des LAP gegen fremdenfeindliche und rechtsextreme Tendenzen in der Region. Klar ist allerdings, dass sich „Pro NRW“ offiziell von Neonazis absetzen will, während die „Rechte“ auch als Sammelbecken militanter Neonazis gilt. Der örtliche Kreisvorsitzende André Plum war einst Mitglied der inzwischen verbotenen „Kameradschaft Aachener Land“.

Unabhängig davon will sich nun rasch ein Bündnis gegen die rechten Demonstrationen am 16. März formieren. Leicht verklausuliert hat als erstes die Aachener „Vereinigung der Verfolgten des Naziregims – Bund der Antifaschisten“ (VVN-BdA) zum Protest gegen die „Pro-NRW“-Kundgebung aufgerufen und empfohlen, „sich diese öffentliche Veranstaltung einmal näher anzuschauen“. Aber auch die Grünen bereiten eine Gegenaktion vor. „Wir werden etwas dagegen unternehmen“, kündigt Bürgermeisterin Hilde Scheidt an. In der Vergangenheit habe man stets bewiesen, schnell auf Provokationen aus dem rechten Lager reagieren zu können. Auch unabhängig von den Kundgebungen sei es an der Zeit, „ein Zeichen zu setzen, dass wir in Aachen Asylbewerber willkommen heißen und nicht ablehnen“.

„Pro NRW“ bezeichnet die Kundgebungsreihe als „Volksinitiative gegen Asylmissbrauch“, aus Sicht der Kritiker betreibt die Partei damit jedoch vor allem Stimmungsmache gegen Ausländer. Die Kundgebungen starten am kommenden Samstag in Bochum und enden am 23. März in Köln.

Die Aachener Flüchtlingsheime in der Hansmannstraße werden derzeit hergerichtet. Eine erste Wohnung soll nächste Woche von einer afrikanischen Flüchtlingsfamilie bezogen werden. Einige Anwohner in Eilendorf wollten die Herrichtung der Flüchtlingsheime verhindern.

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