Aachen - Prinzessin Manuela und 20 Hofdamen: Richterich bald in Weiberhand

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Prinzessin Manuela und 20 Hofdamen: Richterich bald in Weiberhand

Von: Georg Dünnwald
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Alle Hofstaatsdamen konnten nicht zum Fototermin kommen. Denn Manuela I. Errens (Mitte, rote Jacke) hat zurzeit 20 Hofdamen. Ab dem 16. November ist Richterich fest in Weiberhand. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Manuela Errens ist eigentlich staatlich geprüfte Masseurin und Bademeisterin. Und sie ist ziemlich jeck. Denn sonst wäre nicht zu erklären, dass sie in der kommenden Session die Richtericher Narrenherrscherin sein wird. Und dabei eine kleine Revolution startet. Denn ihr Hofstaat ist rein weiblich.

„Die Koe Jonge haben nach einem Prinzen gesucht und gesucht, es gab einfach keinen Mann, der Karnevalsprinz werden wollte”, erzählt Ihre Lieblichkeit Manuela I., „da habe ich laut und deutlich ich mach das gerufen.”

Allerdings war ein kleiner Haken dabei: Die Bald-Prinzessin machte zur Bedingung, dass ihre Hofstaatsmitglieder ausschließlich Frauen sein dürften. Der Koe-Jonge-Vorstand und die Richtericher Prinzengarde gestanden das der 46-Jährigen zu, und somit ist der Stadtteil in Aachens hohem Norden fest in jecker Weiberhand.

„Das hat es möglicherweise im ganzen Rheinland noch nicht gegeben”, vermutet Manuela Errens, die am Freitag, 16. November, mit großen Trara in der Peter-Schwarzenberg-Halle zur Richtericher Volksprinzessin proklamiert wird. Sie tritt damit die Nachfolge des legendären Prinzen Balam I. an, der Richterich kurzerhand auf den schwarzen Kontinent verlagert hatte.

Bislang stehen Manuela Errens 20 Frauen zur Seite. „Die 22 bekomme ich aber noch voll”, meint sie zuversichtlich. Dann könnte mal die eine Hälfte und mal die andere bei den zahlreichen Auftritten in der ziemlich kurzen Session mit durch die Säle ziehen. Und wenn es nicht klappt, 22 weibliche Hofstaatsmitglieder zu finden? „Pratschjeck sind wir sowieso”, sagt die kommende Karnevalsprinzessin schmunzelnd. Es sei ohnehin nicht einfach, eine so große Anzahl von jecken Weibern unter einen Hut zu bekommen. „Zumal bei uns alles demokratisch abläuft. Ich bin keine Alleinherrscherin, basta”, sagt sie.

Dass sie überhaupt herrscht, begeistert ihren Ehemann nicht gerade. „Der ist gar nicht so glücklich, hat sich aber damit abgefunden. Schließlich ist er ja Mitglied der Richtericher Prinzengarde.” Manuela Errens jedenfalls freut sich auf die närrische Zeit, getreu ihrem Motto: „Et weäd jeschunkelt än jelaach, pratschjecke Wiver fiere de janze Nacht.”

Eine total jecke Familie

Es ist keineswegs so, dass Richterich nur einen Narrenherrscher hätte. Der Nachwuchs wird separat regiert. Für die kommende Session hat Luca Niemann (als Luca I.) dieses Amt übernommen. Die Jeckerei liegt seiner Familie im Blut. Der heute zwölfjährige Bruder Sven war einer der Vorgänger des Zehnjährigen, seine Großeltern waren einmal ein Prinzenpaar und die Frau Mama Tina Niemann ist im Hofstaat von Manuela I. Mitglied.

Luca hat also die richtigen Voraussetzungen für höchste närrische Weihen. Der Gesamtschüler der Klasse 5 (Heinrich-Heine-Gesamtschule Laurensberg) gibt als seine Lieblingsfächer Kunst und Schwimmen an, „die restlichen Fächer mag ich nicht”. In seinem Hofstaat werden zehn Jungen sein, die er noch von der Grundschule her kennt oder aus der Richtericher Minigarde. Alle werden als Astronauten, einer als Alien und einer als Till mit dabei sein. Denn Lucas Motto lautet: „Wir schicken den Karnevalsvirus in die Galaxie”.


Selbstbewusst teilt Luca mit: „Ich wollte eigentlich schon immer Kinderprinz werden, aber bisher war ich einfach zu jung dazu.” Deshalb habe er sich sehr darüber gefreut, als er dieses Jahr gefragt wurde, ob er sich vorstellen könnte, Prinz zu werden.

Der aufgeweckte Schüler, der nicht gerade auf den Mund gefallen ist, freut sich sehr auf den Karnevalssonntag. Dann zieht der jecke Zug durch Richterich, und er wird neben Prinzessin Manuela I. im Mittelpunkt stehen. Einen Tag später, am Rosenmontag, sind die Kinder im Kohlscheider Zug dabei. Dann wird Luca über 20 Auftritte in Schulen, Kindergärten und Altenheimen hinter sich haben. Im rot-weißen Prinzenkostüm, genäht von Oma Karin, wird Luca am 16. November in der Peter-Schwarzenberg-Halle proklamiert.


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