Aachen/Vaals - Prinz Bernd I. von Aachen und das Kölner Dreigestirn

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Prinz Bernd I. von Aachen und das Kölner Dreigestirn

Von: Georg Dünnwald und Stefan Will
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Trafen sich im Quellenhof: Prinz Bernd I. (2.v.l., vordere Reihe) und das Kölner Trifolium Jungfrau Hermia, Prinz Björn I. und Bauer Michael. Das Treffen der Tollitäten aus Köln und Aachen hat schon Tradition.
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Immer ein Ereignis: Wenn die Oecher Penn aufmarschiert, ist das schon etwas Besonderes. Das finden auch Prinsejarde-Kommandant Josef Brendel, Tanzmarie Jemy und Penn-Kommandant Jürgen Brammertz .
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Prinz Klaus I., der kleine Kollege Kian I., die Hofnarren Miel und Sem (Kinderhofnarr) freuen sich mit Prinsejarde-Kommandant Josef Brendel und Grensülle-Chef Peter Weinberg über das Buch von Arthur Cransveld.
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„Fast ausverkauft“ ist in heutigen Zeiten schon ein großer Erfolg. Die Ru Eder Jonge hatten es geschafft und feierten mit ihren Gästen bei Kommer in Forst bis in den frühen Morgen.

Aachen/Vaals. Das hat schon Tradition: Irgendwann während der Session macht sich das Kölner Dreigestirn auf nach Aachen, um die Öcher Tollität und ihren Hofstaat zu besuchen. Am Sonntagabend war es wieder so weit.

Prinz Björn (Griesemann), Bauer Michael (Bernecker) und Jungfrau Hermia (Jens Hermes) verbrachten ein paar fröhliche Stunden mit Prinz Bernd I. (Marx), dessen Hofstaat und den Vertretern des Aachener Kinderkarnevals (Akika) im Hotel Mercure, um sich dann anschließend im Quellenhof mit dem AKV-Elferrat zu treffen. Prinz, Bauer und Jungfrau sind Mitglied der Blauen Funken, einer der kölschen Traditionsgarden. „Zweieinhalb Jahre vorher steht fest, wer Prinz, Bauer und Jungfrau wird“, erzählt Björn I. Quasi im Paket würden die Vereine die Narrenherrscher dem entscheidenden Festkomitee vorschlagen. „Wir sind jetzt Leihspieler für das Festkomitee“, kommentiert die kölsche Tollität. Erst im Mai/Juni des Vorjahres werde dann bekanntgegeben, wer die Mitglieder des Dreigestirns seien. Grundsätzlich würden sich die Karnevalsgesellschaften am Aschermittwoch zwei Jahre vorher fürs Trifolium bewerben.

„Das ist bei uns anders“, zieht Bernd Marx einen Vergleich. Denn schon um Ostern herum wird der Öcher Prinz vorgestellt, der sich seinen entsprechenden Hofstaat selbst aussucht. Bauer Michael findet den Kontakt zu Aachen außerordentlich wichtig. „Wir sind schließlich alle Vertreter des rheinischen Karnevals. Gemeinsam mit den Öchern, den Düsseldorfern und den Bonnern haben die kölschen Jecken schließlich beantragt, den rheinischen Karneval zum ideellen Weltkulturerbe der Unesco zu erheben.“ Und Jungfrau Hermia meint: „Es gibt zwischen dem Aachener Fastelovvend und dem Kölner Fasteleer viele Parallelen.“

Vorige Woche bei der Ehrengarde

Nun ist es nicht so, dass nur die Kölner nach Aachen kommen, auch die Öcher fahren nach Köln. „Donnerstag voriger Woche habe ich mit meinem Hofstaat und unseren Frauen eine Sitzung der Ehrengarde besucht, es war schön“, sagt Prinz Bernd I. Per Internet haben er und Jungfrau Hermia bereits Kontakt aufgenommen. Denn beider „Leben“ ist der Tanz. Der Öcher Prinz und das Kölsche Trifolium zeigten sich im Gespräch mit den „Nachrichten“ erfreut über die Länge der Session. „Da ist alles entzerrter“, sieht Prinz Bernd I. den Vorteil, die Jungfrau kommentiert: „Da haben wir auch mehr Zeit, uns bei sogenannten Sozialterminen mit den Menschen zu unterhalten“, sagt Prinz Björn. Rund 420 Auftritte hat das Dreigestirn in der Session zu absolvieren, davon sind etwa 140 „Sozialtermine“. Vergangene Woche haben sie das Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße besucht. Auf etwa 350 Termine kommen auch der Öcher Prinz und sein Hofstaat. „Darunter sind viele Termine in Gartenkolonien, Altenheimen, Firmen, und, und, und“, bemerkt Prinz Bernd dazu. Er ist fasziniert von dem urwüchsigen Karneval, der beispielsweise am Wochenende in der Gartenkolonie Hanbruch gefeiert wurde. Dort feierten die Fidele Freunde Aachen ihren 50. Gründungstag, da ist es selbstverständlich, dass der Öcher Prinz mitsamt Gefolge auftritt. „Die Stimmung war phänomenal“, zeigt sich Prinz Bernd beeindruckt.

Erstklassige Besetzung

Nach langer Zeit hatten die Ru Eder Jonge zu einer großen Sitzung eingeladen. Eine erstklassige Besetzung sorgte im fast ausverkauften Saal Kommer für gute Stimmung. Neben der Tollität Bernd I., dem Marktweib und Karl dem Großen, waren die 4 Amigos, Ehrenhutträger Heinz Küppers, die Stadtgarde Oecher Penn mit 111 Mann sowie aus den eigenen Reihen die Starlight Dancers, die Brasselwiever und Hubert Aretz im Programm. Tanzmarie Michelle wurde am Tag zuvor 18 Jahre alt und wurde für langjähriges Tanzen für die KG geehrt.

Die Stimmung war fröhlich und ausgelassen bis in die frühen Morgenstunden. Der diesjährige Orden zeigt die Öcher Orjenale, wie sie von Matschö Stevens skizziert wurden. Für die Genehmigung zur Verwendung der Original-Skizzen bedankte sich der Präsident der Ru Eder Jonge bei Steffi Diefenthal, der Tochter von Matschö Stevens.

Bis die Schwarte kracht

Das können die Vaalser: feiern bis die Schwarte kracht. Am Wochenende brauchten sie drei Tage, um die 6 x 11. Geburtstage der Völser Prinsejarde und der Grensülle zu begehen. Da bleibt kein Auge trocken, wenn die Nachbarn vom Leder ziehen. Schon vergangene Woche Freitag hatte die Prinsejarde zur Buchvorstellung ins Café Zera gebeten. Arthur Cransveld, der Ehrenkommandant der närrischen Truppe, stellte in lockeren Worten sein Buch über den Völser Fastelovvend von der Wende des vorletzten zum letzten Jahrhundert bis hin zum heutigen Tag vor. Selbstverständlich marschierten die aktiven Mitglieder zu Marschmusik mit Tanzmarie Jemy auf, um dem Ganzen den entsprechenden jecken Rahmen zu verpassen. Die Tanzmarie zeigte, was sie kann – und das ist viel.

1935 hatte Vaals seinen ersten Karnevalsprinzen, vor 66 Jahren wurden dann die Grensülle und die Prinsejarde gegründet, die bis heute den Vaalser Karneval bestimmen. Im Mittelpunkt des Festes stand der Vaalser Prinz Klaus I. (Berres).

Am Samstag war Ramba Zamba im großen Saal des Cafés angesagt. Es wurde gefeiert, was das Zeug hielt. Die rund 500 Menschen im Saal zeigten, was sie unter Fastelovvend verstehen. Und das heißt, aus sich herauszugehen und Spaß an der Freud‘ zu haben.

Die Jubiläumsgala ging gut über die Bühne, so gut wie kein Stuhl blieb frei. Das Programm, das vom ehemaligen Vizekommandanten der Oecher Penn schon seit elf Jahren zusammengestellt wird, kam bestens an. Vor allem die Oecher Penn, die wieder zu Gast war, sorgte mit ihrer Invalidennummer für viel Gelächter. Die jecke Garde aus Aachen hat dieses Jahr mit ihrem Eigenprogramm einen Hammer-Hit gelandet, der bisher überall gut angekommen ist.

Biwak mit illustren Gäste

Auch am Sonntag war viel los im schönen Grenzstädtchen nebenan. Die Prinsejarde hatte zum Biwak gebeten. Da ließen sich die Narren aus dem Grenzland nicht lumpen.

Die Oecher Penn ist schon Stammgast in Vaals, die Aachener Prinzengarde kam, sogar die Kölner Prinzengarde, die Prinzengarde Brander Stiere ließ sich sehen, De Kachelpiepers, die Prinsegarde Zitterd, de Streupers, das Mannheimer Traditionscorps, de Moeziek, die Blauen Funken Eupen, de Joepa’s, die KG Vaalserquartier, de Blauw Sjuut aus Heerlen und de Prinsejarde Vols waren dabei.

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