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Preuswälder fühlen sich im Stich gelassen

Von: Gerald Eimer
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Wut und Enttäuschung im Preuswald: Die Mieter äußern sich zunehmend verärgert über die Immobiliengesellschaft Deutsche Annington und fühlen sich zugleich von der Stadt im Stich gelassen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Es brodelt im Preuswald. Auf einer Versammlung im Gemeindezentrum machten kürzlich annähernd 200 Anwohner ihrem Ärger über die Immobiliengesellschaft Deutsche Annington Luft, die den dortigen Wohnungsbestand beherrscht.

Auch an anderen Stellen der Stadt - etwa am Kronenberg - hagelt es Kritik an dem Wohnungsunternehmen. Anlass sind die aktuellen Heiz- und Nebenkostenabrechnungen der Deutschen Annington. Aber auch darüber hinaus ist die Unzufriedenheit groß.

Mieter sprechen von „unverständlichen, nicht nachvollziehbaren und fehlerhaften Abrechnungen”. Nach Angaben von Hans Knops, Geschäftsführer des Mieterschutzvereins, vertritt alleine seine Organisation inzwischen die Interessen von rund 150 Betroffenen. Auch er wirft dem in Bochum ansässigen Unternehmen dubioses Geschäftsgebaren vor.

So würden Kosten für Aufzüge berechnet, die nicht existieren, für Stellplätze, die nicht genutzt wurden, für Hausmeister, die nie gesichtet wurden und für Gartenarbeiten, die nie ausgeführt wurden.

Angebliche Modernisierungsarbeiten zögen unverständliche Mieterhöhungen nach sich. Knops berichtet von feuchten Wänden und anderen Missständen. Insgesamt besitzt Annington derzeit 2260 Wohnungen in Aachen.

Kein Durchkommen

Alle Versuche der Mieter, sich gegen fehlerhafte Abrechnungen und Missstände zu wehren, blieben bislang erfolglos, sagt Bernd Neuefeind von der CDU in Bildchen, der die Initiative Preuswald mit ins Leben gerufen hat. So sei die Hotline nur schwer erreichbar, und schriftliche Eingaben blieben unbeantwortet. Das sind Vorwürfe, die Mieter bereits seit Jahren erheben.

Demgegenüber sagt Katja Weisker, Pressesprecherin der Deutschen Annington, dass nachweislich 85 Prozent aller Hotline-Anrufer auch durchkommen. Alle Nebenkostenabrechnungen seien „grundsätzlich nachvollziehbar”, sagt sie, allerdings arbeite man daran, die Verständlichkeit zu verbessern. Sollte es Fehler geben, würden die korrigiert.

Derweil haben Preuswald-Anwohner das Gefühl, der größten Immobiliengesellschaft Deutschlands hilflos ausgeliefert zu sein. Sie kritisieren zugleich, dass angekündigte und „dringend notwendige” Sanierungsarbeiten nicht in Angriff genommen würden. Auf einen lange versprochenen Laden warte man immer noch. Auch von Politikern, die noch im Kommunalwahlkampf Hilfe für den Preuswald angekündigt haben, habe man nichts mehr gehört.

Hanna Dorner, eine der Sprecherinnen der Preuswald-Initiative, setzt jetzt alle Hoffnungen auf die Arge, die für die vielen Hartz-IV-Empfänger im Preuswald die Nebenkosten übernimmt. Die Arge könne doch nicht länger hohe und nicht nachvollziehbare Rechnungen unwidersprochen bezahlen, meint sie.
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