Prentekaffie: Viele Urgesteine bilden ein „Urgebirge”

Von: Peter Langohr
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So sieht es aus, wenn viele Urgesteine des Öcher Platts ein „Urgebirge” bilden - so geschehen beim traditionellen Prentekaffie in der Burtscheider Kurparkterrassen. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Wenn ein Aachener sich durch eine tiefe Verbundenheit mit seiner Mundart und durch die Fähigkeit, sie perfekt sprechen zu können, auszeichnet, dann spricht man gerne von einem Öcher Urgestein. Insofern war das, was man beim traditionellen Prentekaffie des Vereins Öcher Platt erleben konnte, ein wahres Öcher „Urgebirge”.

So groß war die Zahl der dort auftretenden Experten des Öcher Platts.

Öcher-Platt-Präsident Richard Wollgarten begrüßte die Gäste, Karl Allgaier moderierte, und zwischen den einzelnen Vorträgen unterhielt Gert Leuchtenberg die Zuhörer mit weihnachtlichem Gesang.

Gleich zu Anfang hatte Will Gisbertz die Lacher auf seiner Seite, als er ein Hein-Engelhardt-Gedicht mit dem Titel „Wenkterdrama” vortrug. Die Zuhörer zitterten buchstäblich mit dem armen Mann, der eine halbe Winternacht auf dem Balkon verbringen musste, weil er sich selbst ausgesperrt hatte.

Wahre Knaller waren auch die beiden Gedichte von Heinz Schiffers „De Jripp” und „De Hervsjagd”, die er auch selbst vortrug. Besonders bei der Herbstjagd gab es ein ums andere Mal Lachsalven, etwa wenn Hein Schiffers reimte „Doe hau heä janz onverdrauße de Frau va d„r Landroet ejjen Konk jeschauße.”

Dorina Nicoll glänzte unter anderem mit „De Uhr” von Will Hermanns, dem berühmten Gedicht, in dem „et schelme Pittche” dem Pastor die goldene Uhr aus dem Beichtstuhl stibitzt. Überzeugend und mit viel Beifall bedacht die von Annika Pütz und Vanessa Schmidt gesungene „Hymne op Oche” zur Melodie von „Do bess die Stadt” von den Bläck Fööss.

Mit dieser Aachen-Hymne hatten die beiden Zehntklässlerinnen vom Couven-Gymnasium vor kurzem in einem vom Verein Öcher Platt veranstalteten Wettbewerb für Schüler die Goldmedaille in der Einzelwertung der Sekundarstufe gewonnen.

Markus Krings ließ im „Pater noster” von Jupp Steinhauer die Tücken der Technik dieses speziellen Aufzugs lebendig werden und die 90-jährige Resi Hellemann glänzte mit dem Gedicht „Os Krepp” von Hein Görgen.

Während Christel Leuchtenberg im „Brejf an de Tant Billa” von Sibille Thomas-Schiffers sehr plastisch das große Missgeschick beim Aufbau der Krippe schilderte, bereitete Ulrich Wollgarten allen Öchern eine große Freude, als er mit Hein Engelhardts Gedicht „D„r Kneät es krank” dem Öcher Original Lennet Kann eine zweite, wenn auch zeitlich befristete Chance als Stellvertreter des erkrankten Hans Muff einräumte.

„Et Nikla-Parfümm”

Selbstverständlich durfte beim Prentekaffie der Thouet-Preisträger Hein Engelhardt nicht fehlen. Mit dem Gedicht „Et Nikla-Parfümm” über einen Nikolaus, der etwas zu tief ins Glas geschaut hat, setzte er den Schlusspunkt unter eine Werbung fürs Öcher Platt, an der auch Elisabeth Lauer, Gertrude Bartz, Anita Volders, Luise Kohl, Claire Müller, Finni Kühnast, Änne Kemmerich, Sibille Thomas-Schiffers, Burgel Dujardin, Margarete Uerlings und Irmgard Faber entscheidenden Anteil hatten.
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