Aachen - Prentekaffie: Etwas Karneval und eine Prise Advent

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Prentekaffie: Etwas Karneval und eine Prise Advent

Von: Peter Langohr
Letzte Aktualisierung:
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Es war lustig, und es war gemütlich: In den Burtscheider Kurpark-Terrassen hatte der Verein Öcher Platt wieder ein ebenso unterhaltsames wie besinnliches Programm angerichtet. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Man nehme einen Teil Sessionseröffnung, füge eine gute Portion Adventsstimmung hinzu, mische mit viel Tannenduft und Weihnachtsglanz und schmecke abschließend mit einer kleinen Prise November-Blues ab, um einen wohlschmeckenden und bekömmlichen Prentekaffie zu bekommen, wie er jedes Jahr vom Verein Öcher Platt serviert wird. Wenn der Öcher in der Vorweihnachtszeit „ene rechtig joue Vermaach han welt“ – also frei übersetzt, dort sein will, wo man sich richtig wohlfühlen kann – dann ist er beim Prentekaffie bestens aufgehoben.

Fußwallfahrt nach Trier

Nachdem Öcher-Platt-Präsident Richard Wollgarten die Gäste im vollbesetzten Saal der Kurpark-Terrassen begrüßt hatte, lag es in den Händen seines Vize Karl Allgaier, den Nachmittag zu moderieren. Zum Auftakt trug er mit „Advent“ von This Kluck ein Gedicht vor, das davon spricht, wie „düster de Welt es“, bevor Hedi Chauvistré mit Hein Engelhardts Worten die Beschwerlichkeiten einer Fußwallfahrt nach Trier beschrieb, „mär öm doe ene Rock ze kicke“.

Luise Kohl und Helmi Weber besangen mit dem Lied „De au Zitt“ eine Zeit, in der die Dinge wirklich noch beim Namen genannt wurden. Kritische Gedanken zu Weihnachtsrummel und Konsumterror steuerte Anita Volders mit dem Gedicht „Erennerung“ bei, während Markus Krings, an diesem Nachmittag der bei weitem jüngste Vortragende, mit „Ming au Wäjschmaschiin“ von Lambert Piedbeuf einen echten Klassiker gekonnt vortrug.

Für die musikalischen Beiträge sorgten Richard und Ulrich Wollgarten mit „Jölde Kengerzitt“ sowie Dr. Kurt Christ mit „Jodes Jong“, und Dr. Dirk von Pezold ließ es mit „D´r hellije Man“ und „Scheck os Schnie“ weihnachtlich swingen.

Erinnerungen an die Krippe

Traurig, liebevoll und heiter zugleich Claire Müller mit ihren eigenen Erinnerungen an den Aufbau der Krippe in der mittlerweile geschlossenen Pfarrkirche St. Paul. Die Hilfe ihres Mannes betrachtete sie hingegen eher kritisch, denn der habe „zwej lenke Häng met zeng Dumme draa“. Das herbstliche Muschelessen hat bei Wilhelm Gisbertz „Buuchping“ – so der Titel der Hein-Engelhardt-Verse – verursacht. Verständlich, wenn der Besuch beim Doktor Aufklärung bringt, dass man vor dem Essen besser die Schalen entfernt.

Unvergleichlich die Art verschiedener Aachener Autoren, die Weihnachtsgeschichte zu erzählen. Dabei bleibt allerdings die Würde des Evangeliums hin und wieder ein wenig auf der Strecke, wenn etwa der Verkündigungsengel die Hirten mit „Halleluja zesame, ühr bruucht net bang ze siie“ begrüßt, Maria, aufgrund ihres nicht versiegenden Tränenstroms von Josef nach der Ursache ihrer Traurigkeit befragt, zur Antwort gibt „Ich häu esue jeär e Mäddche jehat“, oder es im Vortrag von Christel Leuchtenberg über die Heiligen Drei Könige und ihre Gedanken zu den finsteren Absichten des Herodes heißt: „Än häu mer duzemols en Palästina at der Götz jekannt, häue seij dat Zitat ouch noch draajehange.“

Öcher Rümmselcher

Mit Gertrude Bartz, Irmgard Faber, Resi Hellemann, Finni Kühnast, Manfred Kundorf, Richard Lauffs, Hein Schiffers, Sibille Thomas-Schiffers, Margret und Jakob Uerlings schöpften weitere Expertinnen und Experten aus dem reichen Repertoire Öcher Rümmselcher.

Bevor schließlich Richard Wollgarten allen Vortragenden dankte und die Zuhörer mit dem von Karl Allgaier vorgetragenen Vierzeiler „Chreßkengchens Wonsch“ und dem gemeinsamen Lied „Öcher Dreijkönnege“ von Jupp Steinhauer in die Vorweihnachtszeit verabschiedete, meldete sich Aachens „Meistersinger“ Hein Engelhardt selbst zu Worte und interpretierte seine eigenen Gedichte „Et Nikla Parfüm“ und „Sing ieschte Wöet“.

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