Aachen - Premiere für einen Orden der altkatholischen Kirche

Premiere für einen Orden der altkatholischen Kirche

Von: jpm/dd
Letzte Aktualisierung:
orden_bu
Bernd Christoph, der erste Bruder des alt-katholisch-ökumenischen Ordens von den „Kleinen Jesu Schwestern und Jesu Brüder”, feierte als Bruder Samuel in St. Markus seine Primiz. Pfarrer Jürgen Grewe (rechts) segnete ihn. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. In der alt-katholischen Kirche sind Laien und Ordensleute gleichwertig. Die Gleichberechtigung der Geschlechter hat sich längst durchgesetzt: Frauen können als Priesterin ordiniert werden, sogar das Amt einer Bischöfin steht ihnen offen.

Gemeinde und Ordensleute gehören so eng zusammen, wie nur irgend möglich. Dies sind Eigenschaften, die für Pastor Jürgen Grewe den Unterschied ausmachen zwischen der römisch-katholischen und der alt-katholischen Kirche.

Der alt-katholischen Kirche gehört seit Dezember auch der ehemalige römisch-katholische Benediktiner- und Alexianer-Klosterbruder Bernd Christoph an. Der gründete am Sonntag den ökumenischen Orden der kleinen Jesu Schwestern und kleinen Jesu Brüder, die verwurzelt sind im Geiste Charles de Foucaulds und hielt seine Primiz in der Gemeinschaft.

Der neue Orden steht den rund 140 Gemeindemitgliedern offen, und ist auch für Menschen mit anderem christlichen Bekenntnis gedacht, wie Bernd Christoph, der sich den Ordensnamen Bruder Samuel zulegte, betonte. „Charles de Foucauld lebte arm und einfach wie Jesus in Nazareth und verbreitete seinen Glauben nicht nur durch das Wort, sondern durch das Zusammenleben”, weiß Pfarrer Jürgen Grewe über den 1858 geborenen und 1916 von algerischen Rebellentruppen ermordeten Franzosen zu berichten.

Nach seinem Vorbild sollen die Mitglieder des neuen Ordens den christlichen Glauben leben. Ordensnovizen geloben zunächst für ein Jahr ihre Treue, um sich danach zu entscheiden, ob sie in der Gemeinschaft bleiben. Das Versprechen wird einmal jährlich erneuert. Die Ordensgemeinschaft beinhaltet zwei Formeln des Gemeinschaftslebens: Im Orden leben Frauen und Männer, die sich entschieden haben, ein Leben im Geiste Charles de Foucaulds zu führen.

Die zweite Formel besagt: Die Schwestern und Brüder leben in kleinen Gemeinschaften, nicht in einem Kloster sondern in normalen Mietwohnungen in bescheidenen und armen Verhältnissen. In jeder Wohnung gibt es einen kleinen Gebetsraum. Jede Schwester und jeder Bruder sorgt mit dem eigenen Einkommen für den Lebensunterhalt der Gemeinschaft. Das Alltagsleben ist aufgeteilt in Gebet und Arbeit. Mit Menschen, an die sonst niemand mehr denkt, wird enger Kontakt gepflegt.

Der Shalom-Chor - gegründet 2007 von Bruder Samuel und dem Kirchenmusiker Hans Brandt untermalte die Segnungsfeier musikalisch.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert