Präsidium: „Neubau genießt hohe Priorität”

Von: Heiner Hautermans
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Pressesprecher Claus Haase, SP
Pressesprecher Claus Haase, SPD-Abgeordneter Karl Schultheis und planungspolitischer Sprecher Norbert Plum (v. l.) setzen sich für den raschen Neubau anstelle des maroden Polizeipräsidiums ein. Foto: Harald Krömer

Aachen. Was geschieht mit dem maroden Polizeipräsidium in der Soers? „Die Frage ist geklärt. Eine Sanierung ist zu teuer und ein Neubau wird angestrebt. Dieses Projekt genießt in Düsseldorf hohe Priorität.”

So nimmt Karl Schultheis, SPD-Vorsitzender und Landtagsabgeordneter, Stellung zu einem Problem, das jahrelang auf die lange Bank geschoben worden ist, inzwischen aber immer mehr Kommunal- und offensichtlich auch Landespolitikern auf den Nägeln brennt. Vor Kurzem hatten CDU und Grüne im Rat einen Antrag auf den Weg gebracht, in dem ebenfalls ein schneller Neubau gefordert wird. Sie hatten sich vor allem um die Arbeitsbedingungen der rund 1000 Polizisten gesorgt.

Das Gebäude ist zwar erst 1981 in Betrieb genommen worden, aber trotz dieser für eine Immobilie vergleichsweise kurzen Zeit schon völlig marode, die Fenster sind undicht, die Leitungen veraltet. Lange hatte der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) geprüft und am Ende die Renovierung als zu teuer verworfen.

Konkurrenz um Finanzmittel

Nun legt also die SPD nach und stellt ebenfalls einen Ratsantrag. Damit wolle man, so Schultheis, „zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen”. Einmal Platz schaffen für das aus allen Nähten platzende ALRV-Gelände und Trainingsplätze für die Alemannia (möglicherweise auch andere Sportarten wie Volleyball oder Hockey), zum anderen den möglichst schnellen Neubau des Präsidiums an verkehrsgünstiger Stelle.

Das Verfahren könne man beschleunigen, so der Gedankengang der Sozialdemokraten, wenn die Ordnungshüter auf die andere Seite der Krefelder Straße ziehen. Dort besitzt die Stadt beispielsweise ausreichend große Grundstücke zwischen Strangenhäuschen und Frieden-straße, die gegen die 32.000 Quadratmeter des Landes an Eulersweg/Hubert-Wienen-Straße getauscht werden könnten. Von dann neuen Standort aus sei die Verkehrsanbindung mit dem nahen Autobahnanschluss ebenso gut wie in der jetzigen Lage.

Der Rahmenplan Sportpark Soers, noch zur rot-grünen Zeiten im Jahre 2006 erstellt, bedürfe deshalb dringend der Überarbeitung, begründen die Sozialdemokraten ihren Vorstoß weiter. Die Entwicklung im stadtnahen oberen Bereich sei ja erfolgreich gewesen, jetzt müssten weitere Flächen arrondiert werden. Aus Landschaftsschutzgründen solle der Eulersweg aber nicht überschritten werden.

Nicht zuletzt im Hinblick auf die Reit-Europameisterschaft 2015 in der Soers hat der ALRV seit Längerem Erweiterungsbedarf angemeldet. Bis dahin schaffe man das Großvorhaben aber auf keinen Fall, zumal das Projekt europaweit ausgeschrieben werde müsse. Das allein nehme etwa ein halbes Jahr in Anspruch. Im Moment sei ein Gutachten in der Mache, wie hoch der Quadratmeterpreis für einen Neubau sein dürfe, das Ergebnis soll im November vorliegen.

„Wir sollten die Grundstücksfrage schnell lösen”, rät SPD-Mann Schultheis. Schließlich stehe man mit dem Präsdiumsneubau, wie ihm im Innenministerium bedeutet worden sei, in Konkurrenz zu anderen Städten, „wo die Finanzmittel hin gehen können”. Ob das Projekt dann von einem Investor verwirklicht werde oder vom BLB, bleibe abzuwarten.
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