Prämie: 10.000 Euro für zeitgenössische Musik

Von: Georg Dünnwald
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Aachen. Als am Montag Johanna Daske, Birgit Baum und Prof. Hans-Walter Staudte nach Köln in den Stadtgarten reisten, wussten sie schon, dass sie ein paar Stunden später um 10.000 Euro reicher nach Aachen zurückkommen.

Denn die Gesellschaft für zeitgenössische Musik, kurz GZM, wurde abermals mit dieser „Spielstättenprämie” durch Kultusministerin Ute Schäfer, dem Landesmusikrat NRW und der Initiative Musik GmbH Berlin ausgezeichnet. Das Angebot ist ausschlaggebend, die Spielstätte ebenso. Und bei den Kriterien liegt die GZM landesweit ganz vorn. In der Klangbrücke des Alten Kurhauses bietet die GZM ein umfangreiches Programm in den sparten Jazz, improvisierte Musik und eben sogenannter Neuer Musik an. Dabei ist es äußerst selten, dass einer der 199 Stühle in der Klangbrücke leer unbesetzt bleibt.

„Wir bieten einen Musiksaal, der in Aachen sonst kaum zu finden ist”, sagt Irit Tirtey vom Kulturbetrieb der Stadt. Die Akustik sei ideal, der Musiksaal selbst ebenso. Und in Aachen schlössen immer mehr private Jazzclub, wie zuletzt vor nur wenigen Tagen der Malteserkeller. „Ohne die Klangbrücke wäre die Kultur in Aachen ärmer”, stellt Irit Tirtey fest. GZM-Geschäftsführerin Johanna Daske ergänzt: „Unsere Auswahl der Musiker ist phantastisch, nach deren eigenen Angaben geht auch deren Betreuung durch uns über das sonst übliche Maß hinaus.” Viele Künstler, die es „geschafft” hätten, hätten ihre ersten Auftritte in der Klangbrücke gehabt. Stolz ist die GZM auch darauf, dass sie in NRW die einzige Initiative ist, die eine eigene pädagogische Abteilung habe. Birgit Baum leitet diese seit einiger Zeit erfolgreich.

„Wir haben einen hohen Qualitätsanspruch”, formuliert es Hans-Walter Staudte, der Vorsitzende der GZM. „Der Preis, 10.000 Euro, wird wohl weitestgehend für Honorare ausgegeben werden”, sagt Staudte. „Damit wird unser Qualitätsanspruch gesichert.” Und wenn noch etwas übrig bliebe, werde dieses Geld in die Nachwuchsförderung gesteckt.

Ziemlich stolz ist das Trio darauf, wieder mal mit einer so hohen Summe bedacht zu werden. „Unsere Arbeit wird eben honoriert”, ist Johanna Daske überzeugt. Und bei dieser Arbeit scheuen sich die Protagonisten auch nicht, unbequeme Musik anzubieten. „Obschon”, so erklärt Staudte, „man nicht Stockhausen oder Schönberg studiert haben muss, um Neue Musik zu verstehen oder einfach nur akzeptabel oder gar schön zu finden”.

Schon zum dritten Mal hat sich die GZM diesen Preis sichern können. Was ja nun wirklich für die Qualität der Gesellschaft spricht.
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