Aachen - Postkarten schreiben: Wie früher

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Postkarten schreiben: Wie früher

Von: Martina Stöhr
Letzte Aktualisierung:
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Postkarten im öffentlichen Raum: Fotografin Gizem Güven hofft auf viele Reaktionen. Foto: Harald Krömer

Aachen. „Postcards on the road“ ist der Auftakt eines Kunstprojekts, mit dem das Atelierhaus Aachen zu einem lebendigen Forum des Austauschs und der Begegnung einlädt. Die 27-jährige Gizem Güven hat ihre Leidenschaft zur analogen Fotografie genutzt, um mit den Bürgern in Kontakt zu treten.

Sie drapiert Postkarten im öffentlichen Raum und lädt die Finder ein, Kontakt mit ihr aufzunehmen. Und wer mit der Karte ins Atelierhaus im Depot, Talstraße, kommt, der bekommt sogar noch zwei Karten dazu. Ein anderer Weg der Kontaktaufnahme ist das Internet: „Sende mir per Mail ein schönes Foto von der gefundenen Karte – so kann ich es auf Instagram veröffentlichen“, schreibt Gizem Güven in einem kurzen Text, der den Postkarten beigefügt ist.

Die Idee, sich Postkarten zu senden, findet die Fotografin „romantisch“, und so beschloss sie schon vor zwei Jahren, ihre Fotos als Postkarten drucken zu lassen und unter die Leute bringen: in der Türkei, in Deutschland, aber auch in den Niederlanden. Jetzt wird ihre Aktion ganz offiziell Bestandteil der Aktion „Kunst im Quartier“. Und dabei geht es laut Nadya Bascha, Geschäftsführerin Atelierhaus, darum, Bürger und Akteure in Kontakt zu bringen. Geplant sind temporäre Ateliers, Workshops, Projekte oder Installationen im öffentlichen Raum.

Als „installierte Zeichnung“ beschreibt Laureline Le das, was sie im kommenden September im Rahmen der Kunstroute präsentieren wird. „Ich werde Pappe, Holz, Stoff und Papier zu Linien und Flächen einer großen Komposition zusammenfügen“, erzählt die aus Paris stammende Künstlerin. Um wirklich zu verstehen, wie das gemeint sei, müsse man die Entstehung der Installation am besten selbst beobachten.

Nadya Bascha freut sich über die innovativen Ansätze beider Künstlerinnen, die ihrer Meinung nach genau das repräsentieren, was das neue Projekt des Atelierhauses auszeichnen soll. „Wir wollen den Austausch mit den Bürgern und Bewohnern des Stadtteils suchen und kulturelle Impulse setzen“, sagt sie und hofft auf die rege Teilnahme von Unternehmern, Kreativen und Institutionen, um das Projekt lebendig zu gestalten.

Gizem Güven ihrerseits hat schon die ersten Rückmeldungen auf die ersten ausgelegten Postkarten erhalten. Sie hat bei dieser Aktion ihre Leidenschaft für die Fotografie mit der für Postkarten verknüpft, und hofft jetzt auf viele Reaktionen. „Das Medium der Postkarte habe ich gewählt, weil ich den Gedanken romanisch finde, dass man sich wie früher Postkarten schickt, weil man sich wichtig ist“, sagt sie. Wer also dieser Tage mit offenen Augen durchs Viertel geht, der wird möglicherweise eine ihrer Karten finden.

„Kunst im Quartier“ wird vom NRW-Ministerium für Kultur und Wissenschaft und der Stadt Aachen gefördert. Das Atelierhaus ist erst 2017 ins Depot, Talstraße, gezogen und will mit dieser jüngsten Aktion nun den unmittelbaren Kontakt zwischen Akteuren und Bürgern ermöglichen, und zwar „niederschwellig, lebendig, vielfältig, kostenfrei und wertvoll“.

 

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