Aachen - Pontstraßen-Schlägerei findet den Weg ins Internet

Pontstraßen-Schlägerei findet den Weg ins Internet

Von: gei
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Eine Schlägerei in der Pontstraße bringt wieder mal die Türsteher-Szene in Verruf. Opfer ist ein 21-jähriger Mann aus Eupen, der am Sonntag im Eingangsbereich der Kino-Kneipe Apollo verprügelt wurde.

Wie ein auf der Internetplattform Youtube eingestelltes Video zeigt, hat ein Türsteher dabei nicht schützend eingegriffen, sondern andere von Hilfeleistungen noch abgehalten. Der aufsehenerregende Vorfall beschäftigt nun die Polizei.

Sie ist derzeit damit befasst, die Hintergründe zu klären und den Schläger zu ermitteln. Die Aussichten, ihn zu fassen, stehen dabei denkbar gut, denn auf einer 49 Sekunden langen Videosequenz ist dessen Gesicht gut zu erkennen. Erst als sein Opfer blutend am Boden liegt, lässt er ab und entfernt sich durch die nächtliche Pontstraße.

In ersten Kommentaren äußern sich viele Betrachter empört über den Schläger, über die tatenlos Umherstehenden, aber auch über den Filmer, der diese Bilder ins Netz gestellt hat.

Sie zeigen, wie die Schläge ansatzlos und scheinbar grundlos auf den 21-Jährigen einprasseln. Doch ganz so scheint es nach Zeugenaussagen nicht gewesen zu sein. Denn das spätere Opfer habe bereits ein Hausverbot gehabt, sei in die Gaststätte zurückgekehrt und habe dort Personal und Gäste weiter provoziert.

So schilderte es am Dienstag Daniel Gillich, Sicherheitschef im Apollo, der ebenfalls bemüht ist, den Vorgang aufzuklären und vor allem auch den Ruf seiner Mitarbeiter zu retten. Er betont, dass der Schläger nicht aus seinem Team komme. Gillich vermutet, dass er ein Türsteher aus einer benachbarten Kneipe ist.

So soll er sich in den Streit im Apollo mit den Worten eingemischt haben: „Bei uns ist der auch schon rausgeflogen.” Im Gegenzug soll der 21-Jährige seinen Angreifer mit den Worten provoziert haben: „Wir sind in Deutschland, nicht in Istanbul.” Der Wortwechsel ist für einige Anlass, über einen rassistischen Hintergrund zu mutmaßen.

Da seien zum falschen Zeitpunkt „zwei Idioten” aufeinandergetroffen, meint Gillich. Warum sein Türsteher nicht schlichtend eingegriffen hat, konnte er allerdings noch nicht klären. Dass das Ganze gefilmt wurde, sei laut Gillich inzwischen ein „gängiges Phänomen”. Immer wieder würden einzelne einen Streit anzetteln, der von Freunden per Handy-Kamera festgehalten wird. „Das ist mittlerweile Volkssport.” Die Bilder landen dann nicht bei der Polizei, sondern im Internet.

Möglich also, dass die Provokation geplant war - das blutige Ende war es sicher nicht. Dennoch verzichtete das Opfer, dessen Verletzungen ambulant behandelt werden konnten, auf einen Strafantrag und eine Verfolgung der Tat, wie die Polizei mitteilt. Auch dies gehört zu den Merkwürdigkeiten, mit denen sich die Beamten befassen, die nun von sich aus die Ermittlungen eingeleitet haben.

Anmerkung der Redaktion:
Aus presse- und urheberrechtlichen Gründen können wir KEINEN Link zu diesem Video veröffentlichen.

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