Pontstraße: Das Maßband wird gezückt

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Kein Durchkommen: Das Zustellen der Bürgersteige in der Pontstraße (Bild) mit Tischen, Stühlen und Passantenstoppern wollen sich Aachens Kommunalpolitiker nicht länger gefallen lassen. Die Frage ist nur, wer wann wie kontrolliert. Foto: Harald Krömer

Aachen. Die Kommunalpolitiker nehmen drohende Haltung an. Quer durch die Parteien artikuliert sich großer Ärger über das Verhalten diverser Wirte in der Pontstraße, die trotz anderslautender Verträge mit schöner Regelmäßigkeit die Bürgersteige zustellen mit ihren Tischen, Stühlen und Passantenstoppern.

Einmütig wurde am Donnerstagabend im Verkehrsausschuss beschlossen, die bisher wohl etwas zugedrückten Augen weit zu öffnen und renitenten Gastronomen die Folterwerkzeuge zu zeigen - bei „Zuwiderhandlungen” soll künftig die Genehmigung, Teile des Trottoirs zu nutzen, widerrufen werden. Bis zum Konzessionsentzug will man nicht gehen.

Eins der Probleme in der Feiermeile Pontstraße, dort, wo sie Fußgängerzone ist: Weil ihr Mittelstück, die eigentliche Straße, wegen ihres hubbeligen Natursteinpflasters insbesondere für ältere und gehbehinderte Menschen kaum passierbar ist, wird ein Stück Bürgersteig ausdrücklich freigehalten für Passanten. 1,20 Meter soll dieser Durchgang breit sein, und so ist das auch in den Sondernutzungsverträgen mit den Wirten festgehalten. Aber es ist wie immer im Leben: Manche halten sich dran, andere eher nicht - Tendenz unaufhaltsam steigend.

Diesem Laisser faire wollen die Politiker aber nicht länger tatenlos zuschauen. Für die CDU beantragte Ratsfrau Gaby Breuer, widerspenstigen Gastronomen die Sondernutzung des Gehwegs zu entziehen, wenn eine Abmahnung nicht fruchten sollte: „Ich bin zwar dagegen, überall in der Stadt einen Wächter aufzustellen, aber so geht es ja nicht. Die nehmen sich einfach den Platz, obwohl sie ihn nicht gemietet haben.”

Dem schloss sich die Kollegenschaft aus allen anderen Fraktionen an. Achim Ferrari von den Grünen: „Das ist jetzt der richtige Zeitpunkt, demnächst geht es wieder los mit dem Stühle Rausstellen. Sowas spricht sich schnell rum unter den Wirten, die werden dann vorsichtiger.”

Wie rabiat die neue Gangart nun umgesetzt wird, liegt bei der Stadt Aachen. Wolfgang Sanders, Abteilungsleiter im Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen, wies darauf hin, dass die in der Pontstraße ansässige Gastronomie ein legitimes Interesse daran habe, „vernünftige Geschäfte zu machen”, auch das müsse man ins Kalkül ziehen. Gleichwohl gelte: Es gibt Regeln, und es gibt Sanktionsmöglichkeiten, wenn man sich nicht dran hält.
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