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Polonicus-Preis für Brücken nach Polen

Von: Christopher Gerards
Letzte Aktualisierung:
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Jury-Vorstand Wieslaw Lewicki (links) überreicht den Polonicus-Preis an Professor Karl Dedecius, Sieger in der Kategorie „Kultur”. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Da hatten sie eine weite Reise auf sich genommen. Von Polen aus bis nach Aachen führte ihr Weg in den äußersten Westen der Bundesrepublik. Den zahlreichen polnischen Medienvertretern, Politikern und Diplomaten war das aber nicht zu weit.

Schließlich wurde am Samstagabend im Krönungssaal des Rathauses zum nunmehr dritten Mal der Polonicus-Preis verliehen. Und der ist in Polen ziemlich bedeutend.

Eine der Auszeichnungen ging an Cornelia Pieper. Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt erhielt den Preis in der Kategorie Dialog. Kein Wunder, arbeitet sie doch als Koordinatorin für die Zusammenarbeit beider Länder. „Die Deutsch-Polnische Freundschaft ist im europäischen Interesse”, meinte Pieper. Daher warb sie für „weitere Initiativen, um die Kenntnisse der Nachbarn zu vertiefen”. Vor allem die Sprache diene da als „Brücke”.

Diese Brücke hat Kulturbetriebsleiter Olaf Müller schon beschritten. Mit fließendem Polnisch glänzte der Preisträger von 2009 als Vertreter des Oberbürgermeisters. „Stolz” sei er, „dass die Verleihung in Aachen stattfindet. Ganz im Westen Deutschlands wird die tiefe Verbundenheit mit Polen dokumentiert.” Nicht ohne Grund sei die Verleihung des Polonicus Teil des Karlspreisprogrammes: „Das passt zum völkerverständigenden Charakter des Karlspreises.”

Neben Pieper wurden drei weitere Preisträger ausgezeichnet: Der Historiker Norman Davies (Ehrenpreis), Wladyslaw Pisarek (Organisationen), Vorsitzender des Bundes der Polen in Deutschland „Rodlo”, sowie der Übersetzer und Herausgeber polnischer Literatur Professor Karl Dedecius (Kultur).

Dedecius ging in seiner Rede auch auf Etappen seines eigenen Lebens ein. Im Zweiten Weltkrieg wurde er in den Reichsarbeitsdienst eigezogen, dann in die Wehrmacht, schließlich wurde er schwer verwundet und geriet in Kriegsgefangenschaft. Seine Ansprache berührte, die Gäste würdigten sie mit stehenden Ovationen.

Verliehen wird der Preis vom Polnischen Kongress, dem Dachverband polnischer Organisationen in Deutschland. Darin sind die Polonia, in Deutschland lebende Polen, organisiert. Ausgezeichnet werden Menschen, die zum Deutsch-Polnischen Dialog beitragen und die polnische Kultur in Deutschland pflegen und gestalten.
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