Poller sollen Verkehr aus Wohngebieten fernhalten

Von: gei
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Vor vier Jahren vehement gefordert und beschlossen: Die Poller an der Zufahrt zur Valkenburger Straße. Doch kaum wurden sie installiert, melden sich schon die Gegner zu Wort. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Einst wurden die Sperren vehement gefordert – doch seitdem sie installiert sind, laufen die Gegner Sturm: Die frisch einbetonierten Poller an der Zufahrt zur Valkenburger Straße finden bislang keine Zustimmung. Die „dubiose Sperre“ müsse wieder weg, fordern Anwohner in Leserbriefen und Protestschreiben an Politik und Verwaltung.

Von einer „Mini-Lobby“ ist darin die Rede, die sich in der Planungsphase des Campus Melaten vor allem Sorgen um eine Zunahme des Schleichverkehrs in den angrenzenden Wohngebieten Hörn und Königshügel gemacht haben.

Nun melden sich vor allem Anwohner aus dem Bereich Muffet zu Wort, die als „geborene Grenzgänger“ nicht länger auf kürzestem Weg von Vaals aus nach Hause kommen, sondern einen Riesenumweg über Vaalser-, Halifax- und Valkenburger Straße nehmen müssen. „Hat jemand vom Sperrkommando sich einmal überlegt, wie viele Anwohner wir auf dem Umweg verkehrsbelästigen?“, fragt Ferdinand Josephs aus der Heerlener Straße.

Doch dem neu aufkommenden Unmut können die Verkehrspolitiker der Stadt umfangreiche Vorüberlegungen aus dem Jahr 2009 entgegensetzen. Denn was kürzlich verwirklicht wurde, ist vor vier Jahren heiß diskutiert und am Ende mit den Stimmen aller Fraktionen beschlossen worden. Grundlage dafür war nicht nur die Empfehlung eines Verkehrsgutachters, sondern auch massiver Druck der Bürger. Sie hatten sich seinerzeit in zahlreichen Eingaben für die Absperrung der Valkenburger Straße im Bereich der Zufahrt Pariser Ring ausgesprochen. Einzig für Busse sollten dort – falls erforderlich – Schleusen errichtet werden.

So zeigt sich in der jetzigen Debatte erneut, dass man es kaum allen recht machen kann. „Es gibt ja in vielen Bereichen immer wieder gegensätzliche Interessen“, sagt auch Roland Jahn, Vorsitzender des Mobilitätsausschusses.

Beim Campus sei er jedoch nach wie vor zuversichtlich, dass der Ausschuss damals die richtige Entscheidung getroffen habe. „Wir müssen die Gesamtbelange im Blick haben“, sagt er. Daher sieht er trotz des Ärgers bei einigen Anwohnern derzeit keinen Grund, „das wieder umzuschmeißen“. Andernfalls müssten auch die damaligen Gutachten in Frage gestellt und durch neue Untersuchungen und Verkehrszählungen ersetzt werden. Gleichwohl soll das Thema voraussichtlich im nächsten Mobilitätsausschuss erneut auf die Tagesordnung gesetzt und diskutiert werden.

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