Aachen - Polizei warnt in der dunklen Jahreszeit vor Einbrechern

Polizei warnt in der dunklen Jahreszeit vor Einbrechern

Von: Wolfgang Schumacher
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Ein simples Brecheisen oder ein Schraubenzieher reichen oftmals für einen Einbruch. Foto: Stock/Jochen Tack

Aachen. Gewiefte Einbrecher benötigen meist nicht mehr als einen kräftigen Schraubenzieher, um Türen oder Fenster zu öffnen. In der jetzt beginnenden dunklen Jahreszeit gehen sie wieder verstärkt auf die Suche nach geeigneter Beute, sagen Experten der Polizei.

Dem könne der Bürger mit geeigneten Maßnahmen entgegentreten, versichert Axel Milar, Leiter des Kommissariats Vorbeugung bei der Aachener Polizei. Die neue Woche steht bei den Ordnungshütern ganz im Zeichen des Slogans „Riegel vor! Sicher ist Sicher.“ Die konzertierte Aktion der Polizei soll die gesamte Städteregion erreichen und den Langfingern an den Fensterborden und Eingangstüren das Leben schwermachen. Was Haus- und Wohnungsbesitzer, Mieter- oder auch Untermieter tun können, sollen verschiedene Beratungsgruppen in den Städten und Gemeinden erklären.

Ratgeber in der Innenstadt

Ein sogenannter „Bannerbulli“ steht beispielsweise am kommenden Samstag ab 10 Uhr in der Jesuitenstraße, bereits am Freitag gibt es in der Sparkasse am Elisenbrunnen einen Infostand. Dort beraten dann Beamte, wie man am besten den britischen Wahlspruch „my home is my castle“ (mein Haus ist meine Burg) in die Tat umsetzt, und welche Maßnahmen geeignet sind, um die meist aus der Ferne angereisten Wohnungsknacker von ihren Vorhaben abzuhalten. Denn eines ist leider Realität: Die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen liegt bei nur 12 bis 13 Prozent der Taten. Auch die gestohlenen Besitztümer tauchen nur zu einem geringen Prozentsatz wieder auf.

Polizeidirektor Armin von Ramsch ist dennoch erleichtert: In den neun Monaten des Jahres 2014 seien die Einbruchszahlen wieder deutlich zurückgegangen, nach einer Spitze im Jahr 2013. Da versuchten sich in der Städteregion 2202 Wohnungseinbrecher an Türen und Fenstern. Dabei müsse man aber wissen, dass es bei rund 40 Prozent der Taten bei einem Versuch bleibe. Von den 2202 Brüchen im Vorjahr entfielen 919 auf das Aachener Stadtgebiet, in den ersten neun Monaten 2014 waren es nur 702, umgerechnet ein Rückgang von etwa 13 Prozent zum Vorjahr. Damit das noch besser wird, ruft Milar zur Wachsamkeit auf: „Oft hilft die Aufmerksamkeit der Nachbarn“, die dann schnell die 110, den Polizei-Notruf, wählen sollten. Auch einfache Verstärkungen von Türen und Fenstern und ein Bewusstsein für den alten Spruch, dass Gelegenheit auch Diebe schafft, seien oft eine gute Hilfe.

Einbrecher reisen an

Der „gemeine“ Einbrecher ist zu durchschnittlich 75 Prozent übrigens mobil und reist mit dem Auto an. „Drei Viertel der Täter haben keine Bezüge zur Region, sie sind angereist“, erklärt von Ramsch. Er kündigt besondere „Kontrolltage“ an. Bekannt seien 24 Intensivtäter, die überregional „arbeiten“, sieben von ihnen seien inzwischen eingesperrt worden.

Und doch: Die Aachener Grenzlage und die Einkesselung durch Autobahnen verführe gerade hier zu Taten fremder Banden, die ohne große Gefahr anreisen und sich ihre Opfer suchen können. Die Hauptzeit für die Einbrüche sei im übrigen der Einbruch der Dunkelheit gegen 17 Uhr im Winter bis etwa 22 Uhr, da hielten sich die Einbrecher meist an feste Arbeitszeiten. Auf dem Vormarsch seien auch gut ausgebildete weibliche Einbrecher. So rät die Polizei zu besonderer Aufmerksamkeit, wenn im Straßenbild unbekannte Frauen „osteuropäischen Einschlags“ auftauchen.

Für die Opfer der Einbrüche gebe es inzwischen eine ausführliche Nachsorge. Das sei nötig, weil die Verletzung der Privatsphäre oft stark traumatisierend wirke. Bei Fragen ist die Polizei unter Telefon 0241/957734401 zu erreichen.

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