Aachen - Polizei sagt Fahrradunfällen den Kampf an

Polizei sagt Fahrradunfällen den Kampf an

Von: gei
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Kann vor schlimmeren Kopfverletzungen schützen: Ohne Helm sollten Radfahrer nicht unterwegs sein, empfiehlt die Polizei. Foto: A. Herrmann

Aachen. Mit einem groß angelegten Aktionstag hat die Aachener Polizei am Freitag ein erstes Signal gesetzt, wie sie die Zahl der Unfälle mit Radfahrern und Fußgängern in Aachen wieder senken will. Überwiegend setzt sie vorerst noch auf mahnende Worte und Aufklärung, doch verstärkt werden vor allem auch Radfahrer mit Verwarnungen und Bußgeldern rechnen müssen.

Parallel dazu werden auch rasende Autofahrer weiter ins Visier genommen.

Knapp 90 Beamte sollten zunächst den ganzen Tag über an neuralgischen Stellen im Stadtgebiet gezielt auf Fußgänger und Radfahrer zugehen und auf mögliches Fehlverhalten aufmerksam machen. Der Bombenalarm an der Passstraße (siehe Seite 17) führte dazu, dass es am Ende doch deutlich weniger waren, weil die Kräfte dort dringender benötigt wurden.

Gefährliches Pflaster

Aus Sicht von Bernd Kleefisch, Leiter der Verkehrsdirektion, war es dennoch ein gelungener und vor allem notwendiger Aktionstag, dem in den nächsten Monaten weitere folgen werden. Der Blick in die Unfallstatistik zeigt, dass Aachen ein durchaus gefährliches Pflaster für Fußgänger und Radfahrer ist: Zehn Tote, 282 Schwerverletzte und mehr als 1700 leicht verletzte Radfahrer und Fußgänger waren hier in den letzten fünf Jahren zu beklagen.

Vor allem im vergangenen Jahr ging der Trend steil nach oben: 50 Prozent mehr verletzte Radfahrer und sogar 90 Prozent mehr verletzte Fußgänger im Stadtgebiet. Und das neue Jahr lässt auch nichts Gutes erwarten: Alleine in der zurückliegenden Woche waren bei acht Verkehrsunfällen mit Verletzten vier Radfahrer betroffen.

Genau wie Fußgänger gehören Radfahrer zu den schwächsten Verkehrsteilnehmern, heißt es in dem am Freitag verteilten Flugblatt der Polizei. Sie setzt daher einerseits auf verstärkte Tempokontrollen bei Autofahrern, um vor allem die schlimmen Unfallfolgen abzumildern, appelliert andererseits aber auch an die Radfahrer, die Verkehrsregeln zu beachten und sich nicht selbst in Gefahr zu bringen.

Meist sind es Kleinigkeiten, die die schlimmsten Folgen haben, weiß Kleefisch aus Erfahrung. Mal kurz auf der falschen Straßenseite unterwegs, mal schnell über den Bürgersteig, mal eben aufs Handy geguckt – alles Situationen, die schnell zu schweren Unfällen führen können.

„Seien Sie stets bremsbereit und rechnen Sie mit den Fehlern anderer“, dürfte zu den wichtigsten Ratschlägen für Radfahrer gehören. Selbstverständlich sollten auch eine gute Beleuchtung, funktionierende Bremsen, ein Helm und helle Kleidung sein. Und auch Radfahrer dürfen nicht unter Alkohol- oder Drogeneinfluss fahren.

Alles in allem wurden beim gestrigen Aktionstag, der gegen 19 Uhr endete, 125 Radfahrer verwarnt – unter anderem, weil sie bei Rot über die Ampel gefahren sind, ein Handy am Ohr hatten, auf dem Gehweg unterwegs waren oder auch schlicht ein technisch mangelhaftes Fahrrad nutzten. Auch 172 Autofahrer mussten ein Verwarnungsgeld zahlen.

Mit 43 Fußgängern, 70 Radfahrern und 15 Autofahrern wurden „verkehrserzieherische Gespräche“ geführt. „Wir haben es nicht auf möglichst viele Verwarnungsgelder abgesehen“, betont Kleefisch, „wir wollen vor allem Sensibilität für gefährliche Situationen schaffen.“

Die hohe Zahl der Radunfälle sei nicht zuletzt auf den milden Winter und die steigende Zahl der Radfahrer zurückzuführen, erklärt die Polizei, die am Freitag auch die Aachener Radfahrbeauftragte, Stephanie Küpper, mit im Boot hatte. „Wir setzen weiter auf Radfahrer“, sagt sie, „aber wir wollen auch, dass sie sicher ankommen.“ Polizei und Stadt würden „Hand in Hand“ daran arbeiten, Unfallhäufungsstellen zu entschärfen.

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