Polizei reagiert auf Aachener Bandenkrieg

Von: Heiner Hautermans
Letzte Aktualisierung:
8293039.jpg
Ausbeute aus neun Monaten verschärfter Kontrollen: Dutzende von Messern, Schlagringen, Totschlägern und Elektroschockern. Foto: Ralf Roeger

Aachen. „Wir haben am Kennedypark schlichtweg Glück gehabt, dass da nicht drei Tote lagen“, stellte Dirk Weinspach am Ende seiner ersten Pressekonferenz als neuer Polizeipräsident in Aachen fest – aus aktuellem Anlass zum Thema Streetgangs in Aachen.

Am 26. Juli hatte es einen Bandenkrieg im Osten der Innenstadt gegeben. Bevor drei Schüsse fielen, waren zwei Gruppen in dem Park in heftigen Streit geraten. Eine Gruppe von etwa 20 vermummten und mit Schusswaffen und Baseballschlägern bewaffneten Personen war auf eine zweite Gruppe losgegangen. Die Schüsse trafen drei Personen in den Beinen und im Bauch, sie kamen ins Krankenhaus. Bereits wenige Tage zuvor war am Adalbertsteinweg ein Kiosk verwüstet und der Inhaber leicht verletzt worden. Anfang August wurde ein 33-jähriger Mann festgenommen, der die Schüsse auch nicht in Abrede stellt.

Bei diesen Vorfällen handele es sich um Revierkämpfe zwischen verschiedenen rockerähnlichen Gruppierungen, bestehend größtenteils aus jungen Männern bis zu 30 Jahren aus Düren und Jülich, teilte Weinspach weiter mit. Sie gehören auf der einen Seite den „United Tribunes“ an, in Baden-Württemberg gegründet und aus Türstehern und Bodybuildern bestehend und auf der anderen Seite „Black Jackets“ und „Kosovo Jakuza“, deren Gewaltbereitschaft hoch sei.

Auch wenn Opfer bisher nur in deren eigenen Reihen zu finden seien, bildeten die Gruppen eine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die man nicht hinnehmen werde und deshalb massiv gegensteuere. Deshalb hat man spezielle Ermittlergruppen gebildet und fahre Sondereinsätze in großer Zahl, die auch zu ersten Ergebnissen geführt hätten. So seien 27 Haftbefehle vollstreckt und 160 Verfahren wegen teilweise schwerer Straftaten aus der organisierten Kriminalität eingeleitet worden.

Erschwert wird die Arbeit, weil auch Gruppen wie „Hells Angels“, „Saturdarah“ und „Bandidos“ in Aachen mitmischen und die Fluktuation hoch sei. Außerdem stoße man, sogar bei den Opfern, auf eine Mauer des Schweigens. So ist auch nicht klar, um welche Reviere es geht, beispielsweise Drogenhandel oder Schutzgelderpressung.

Leserkommentare

Leserkommentare (13)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert