Aachen - Polizei ist massiv hinter den Supermarkt-Räubern her

Polizei ist massiv hinter den Supermarkt-Räubern her

Von: Heiner Hautermans
Letzte Aktualisierung:
Plus-Markt/Überfall
Zuletzt hatten die Täter am 30. Dezember einen Supermarkt am Nerscheider Weg in Oberforstbach überfallen. Trotz teilweise widersprüchlicher Beschreibungen gehen die Ermittler davon aus, dass es sich um eine zusammenhängende Gruppe handelt, die möglicherweise in unterschiedlicher Beteiligung bislang neun Verbrauchermärkte in der Region Aachen überfallen hat. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die Serie von spektakulären Überfällen auf Supermärkte im Raum Aachen sieht die Aachener Polizei als Herausforderung, der sie sich mit großem Aufwand an Mensch und Material widmet. In den letzten Monaten sind insgesamt neun Filialen verschiedener Einzelhandelsketten von bis zu drei Räubern heimgesucht worden.

Die Vorgehensweise war fast immer die gleiche: Die noch in den Geschäftsräumen verbliebenen Angestellten, die aufgeräumt oder die Abrechnung gemacht hatten, wurden beim Verlassen der Märkte mit vorgehaltener Waffe gezwungen, zurückzugehen und den Tresor zu öffnen.

Trotz teilweise widersprüchlicher Beschreibungen gehen die Ermittler davon aus, dass es sich um eine zusammenhängende Gruppe handelt, die möglicherweise in unterschiedlicher Beteiligung bislang neun Verbrauchermärkte in der Region Aachen überfallen hat, fünf in der Stadt und vier im Kreis Aachen. Dazu gesellen sich wahrscheinlich Taten über die Region hinaus, wie sich aus dem Kontakt zu anderen Polizeibehörden sowie dem Landeskriminalamt ergeben hat.

Die Aachener Polizei hat seit Beginn der Serie alle möglichen Versuche unternommen, um der Täter habhaft zu werden. Zeitweise hat sich die Hälfte der Mitarbeiter des zuständigen Kommissariats 13 mit den Überfällen beschäftigt, außerdem Spezialkräfte zur verdeckten Beobachtung.

Bislang ist die wochenlange Observation allerdings erfolglos geblieben. Einmal war ein Beamter ganz nah dran an den Schwerstkriminellen, die schon mal mit der Pistole zuschlagen, wenn die Opfer nicht sofort spuren, doch unglückliche Umstände verhinderten eine Festnahme.

Mal ist es ein Täter, mal sind es zwei, mal auch drei. Mal ist der Kleine dick und der Große schlank, mal umgekehrt. Die Größe der Täter reicht nach den Angaben der Zeugen von 1,65 bis 1,90 Meter. Immer sind sie komplett schwarz gekleidet und mit einer Sturmhaube maskiert und sprechen mit osteuropäischem Akzent. Zuletzt hatten sie am 30. Dezember einen Supermarkt am Nerscheider Weg in Oberforstbach überfallen, davor war es ein Discounter an der Hüttenstraße in Rothe Erde.

Die Beute ist sehr unterschiedlich: Mal ein beträchtlicher Barbetrag, über dessen Höhe sich die Fahnder aus nachvollziehbaren Gründen bedeckt halten, mal ist es nur das Wechselgeld, weil die Firmen die Sicherheitsmaßnahmen und Zugangssysteme verschärft haben. Kripochef Helmut Wälter: „Die Täter scheinen offenbar unter permanentem Geldmangel zu leiden.”

Und nicht auszuschließen ist, dass sie auch einzeln weitere Überfälle verübt haben, die die Fahnder bisher noch nicht auf dem Konto der Bande verbuchen. Dennoch ist Wälter nicht pessimistisch, es gebe schon Anhaltspunkte für eine erfolgreiche Fahndung. Schließlich sei man im Sommer letzten Jahres einer ähnlichen Gruppierung auf die Schliche gekommen, die sich auf das Knacken von Geldautomaten spezialisiert hatte.
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