Aachen - Polizei hat rechte Demo im Griff

Polizei hat rechte Demo im Griff

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:
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Gegenwehr: Rund 250 Gegendemonstranten machten am Samstag am Hauptbahnhof deutlich, was sie von den dort eintreffenden rund 80 Rechtsextremisten halten. „Schöner Leben ohne Nazis”, war auf ihren Plakaten zu lesen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Am frühen Samstag Nachmittag zeigte sich Polizeipräsident Klaus Oelze erleichtert und zufrieden: „Es ist uns gelungen, die Aachener so kurz wie möglich leiden zu lassen.”

Zu diesem Zeitpunkt hatte der Hitler-Anhänger und Goebbels-Imitator Axel Reitz das Mikrofon wieder abgegeben und seine etwa 80-köpfige rechtsextreme Anhänger-Schar zurück zum Hauptbahnhof und weiter nach Eschweiler beordert.

Die Sperrungen entlang der Theaterstraße und am Theaterplatz, Kundgebungsort für Reitz und seine Gesinnungsgenossen, konnten kurz vor 15 Uhr wieder freigegeben werden. Bis der Verkehr sich wieder normalisierte, sollte es noch einige Zeit dauern.

Aufatmen aber konnten die Aachener, die nicht länger mit rassistischem Geschrei, Parolen gegen Israel und Reden über Blut und Boden und Volk und Vaterland belästigt wurden.

Gut 250 Gegendemonstranten empfingen den braunen Wortführer aus Pulheim und weitere Neonazis aus der Region bereits am Morgen am Hauptbahnhof. Sie hielten Transparente in die Höhe „Schöner leben ohne Nazis”, skandierten Parolen wie „Nazis raus” oder „Ihr seid nur ein Karnevalsverein” und begleiteten jedes Wort der Nazis mit einem Pfeifkonzert.

Klar in der Überzahl: Die Polizei, die Kräfte aus ganz Nordrhein-Westfalen hinzugezogen hatte, und mit einem in der ganzen Innenstadt verteilten massivem Aufgebot für Sicherheit sorgte. Über der Stadt kreiste stundenlang der Hubschrauber.

Aufgabe der Polizei war es zugleich das Demonstrationsrecht zweier Lager zu gewährleisten. „Gegen linke Gewalt - für das Verbot der Antifa”, hieß es auf der einen Seite, „Halloween statt Nazispuk - den Faschisten das Fürchten lehren” auf der anderen.

Dank der starken Polizeipräsenz konnten größere Störungen verhindert werden. Insgesamt sechs Menschen wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen - fünf Anhänger aus dem linken, einer aus dem rechten Lager. Zu Rangeleien ist es insbesondere an den Absperrgittern gekommen, mit denen die Polizei beide Lager trennen konnte.

Auch viele ältere Menschen säumten den Aufmarschweg der Rechten und äußerten sich entsetzt, dass diese Demonstration möglich sei. „Das sind doch Kinder”, meinten sie kopfschüttelnd. „Und dafür dieser unglaubliche Aufwand”, ärgerten sich andere.

„Wir sind Aachen. Nazis sind es nicht” war entlang des Zugwegs zu lesen. Auch am Theater flimmerte dieser Slogan auf der elektronischen Anzeige, während rechte Redner unter den Augen der Polizei ihrem Hass auf das „System” freien Lauf ließen und ihre Anhänger zur Selbstjustiz gegen Linke aufriefen.

Mit ihrer Demo wollten sie unter anderem eine Tagung in Eschweiler „Aktiv gegen Rechts” torpedieren, was gründlich misslang. Eine weitere rechte Kundgebung am Eschweiler Bahnhof blieb nahezu unbeachtet.
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