Aachen - Polizei ertappt rechte Sprayer auf frischer Tat

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Polizei ertappt rechte Sprayer auf frischer Tat

Von: ast
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Aachen. Mit zwei Erfolgsgeschichten bei der Fahndung nach Tätern aus dem rechtsradikalen Lager konnte am Mittwoch die Aachener Polizei aufwarten.

So gelang es nach aufwändigen Recherchen, einen 24-Jährigen zu ermitteln, der mit hoher Wahrscheinlichkeit an den Farbschmierereien am jüdischen Friedhof und anderen Stellen in der Stadt beteiligt war. Außerdem gelang es, am Autonomen Zentrum (AZ) zwei Farbsprayer auf frischer Tat zu ertappen und festzunehmen. Polizeisprecher Karl J. Völker: „Unsere Konzeption trägt Früchte.”

So in der Nacht zum vergangenen Dienstag. Im Rahmen „vorgeplanter Aufklärungsmaßnahmen” entdeckte eine Zivilstreife gegen 1.30 Uhr zwei Personen am AZ in der Hackländerstraße. Während ein 23-jähriger Mann aus Aachen Schmiere stand, war seine 17-jährige Begleiterin, ebenfalls aus Aachen, gerade dabei, die Fassade mit roter Farbe zu besprühen. Das Duo wurde festgenommen, die mitgeführten Spraydosen wurden als Beweismittel sichergestellt und daraufhin untersucht, ob sie schon bei früheren Straftaten eingesetzt wurden.

Möglicherweise auch am AZ, denn der Treff der links-alternativen Szene war in der Vergangenheit immer wieder Objekt von Übergriffen. So kam es mehrfach zu Sachbeschädigungen, Besucher des AZ wurden angegriffen, unter anderem aus einem Fahrzeug heraus mit Stahlkugeln beschossen. Hier gibt es noch keine Ermittlungserfolge, die Polizei ist dringend auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen.

Ein solcher Hinweis, obwohl er laut Völker „nur vager Natur” war, führte schon am vergangenen Wochenende zu einem Ergebnis. Wie berichtet, war es in den Nächten zum 1. und 2. August zu wüsten Farbschmierereien gekommen, mit Hakenkreuzen und anderen Bezügen zur NS-Zeit. Die Außenmauer des alten jüdischen Friedhofs wurde unter anderem mit dem Spruch „Juden den Gashahn aufdrehen” besudelt. Mit roter Farbe beschmiert wurden auch die Büros der Grünen und der Linken sowie die Wohnung eines Aussteigers aus dem Dunstkreis der Neonazis.

Dem erwähnten vagen Hinweis ließ die Polizei akribische Ermittlungen folgen. Am Ende standen Durchsuchungsmaßnahmen, erkennungsdienstliche Behandlung, Sicherung von Beweismitteln. Völker: „Ein 24-jähriger Tatverdächtiger aus Aachen gilt nach jetzigem Sachstand als ermittelt. Diese Person ist der rechten Szene zuzuordnen.” Ihm und einem noch unbekannten Täter werden weitere Straftaten vom selben Kaliber angelastet. Die Untersuchungen laufen auf Hochtouren.

In diesem Zusammenhang weist die Polizei darauf hin, dass sie schon seit längerer Zeit im Rahmen der „Rechts-Links-Konfrontation” ein besonderes Einsatzkonzept hat. So würden vermehrt Personalien festgestellt, es gebe Platzverweise und Aufenthaltsverbote, mögliche Straftäter würden von geschulten Beamten einer so genannten „Gefährderansprache” unterzogen. Nicht zuletzt seien alle Polizisten dafür „sensibilisiert” worden, während des Dienstes auf einschlägige Vorkommnisse zu achten.

„Aber es gibt ja nicht nur Straftäter, sondern auch Opfer rechter Straftaten”, so Völker, und diesen stehe die Polizei mit Rat und Tat zur Seite. Mit ihnen und gefährdeten Personen gebe es Sicherheitsgespräche, Meldewege und Erreichbarkeiten würden sichergestellt.

Ein ganz dringlicher Appell zwecks Mithilfe richtet sich an die Bevölkerung. Zeugenaussagen seien überaus wichtig, jeder noch so kleine Hinweis könne entscheidend zur Aufklärung der Straftaten beitragen.
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