Aachen - Polizei bestätigt: Jugendgewalt in Aachen nimmt zu

Polizei bestätigt: Jugendgewalt in Aachen nimmt zu

Von: hau
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Jugend / Gewalt / Schlagring
Polizei bestätigt: Jugendgewalt in Aachen nimmt zu.

Aachen. „Ich wurde soeben zusammen mit einem Kommilitonen auf dem Heimweg grundlos von hinten brutal angegriffen. Uns sind die Täter vorher, abgesehen von lautem Lachen, gar nicht aufgefallen und es traf uns total unvorbereitet”, schildert Alexander S. in einer Zuschrift an die „Nachrichten” sein schlimmes Erlebnis.

Die Angreifer seien eine Gruppe von acht bis zehn Personen: „Sie waren offensichtlich einfach auf Gewalt aus. Wir hatten diesmal Glück im Unglück, da wir uns einfach nicht wehrten und sie deswegen von uns abließen.”

Der 23-Jährige verständigte sofort die Polizei und fühlte sich mit einer Antwort wie „man kann ja eh nichts machen” zunächst abgewimmelt. Erst nachdem er darauf bestand, dass ein Streifenwagen entsandt wurde, seien Beamte gekommen, um die Täter zu suchen: „Dies war leider aufgrund des späten Eintreffens nicht mehr sehr erfolgreich.” Die Polizisten seien jedoch sehr freundlich gewesen und hätten zusammen mit ihnen die Gegend abgesucht.

Erschreckt habe ihn aber ihre Aussage, dass die Jugendgewalt im Zentrum von Aachen stark zugenommen habe und die Polizei nahezu machtlos sei. „Da ich selbst nur wenige Jahre älter als meine Peiniger bin, ist mir diese Tendenz auch in meinem Umfeld aufgefallen. Ich finde das sehr Besorgnis erregend”, merkt der Student weiter an. Die Parallele zu den Gewaltexzessen in München oder Berlin habe er deutlich in Aachen zu spüren bekommen.

Mehr Körperverletzungen

Polizeisprecherin Sandra Schmitz bestätigt zunächst, dass die Anzeige des jungen Mannes bei der Polizei vorliege, außerdem die Einschätzung von Alexander S., dass die Zahl der Gewaltdelikte zugenommen hat. 496 Mal kam es im letzten Jahr zu einer Straftat, die als gefährliche Körperverletzung eingestuft wurde, im Jahr zuvor waren es 445 - eine Zunahme um 11,5 Prozent. Dazu gesellen sich noch 345 schwere Körperverletzungen und 1384 vorsätzliche leichte Körperverletzungen.

Insgesamt stieg im Stadtgebiet die Gewaltkriminalität um fünf Prozent auf 1304 Delikte an. Auch die Zahl der Raubdelikte stieg um acht Prozent auf 396 an, beim Straßenraub um sechs Prozent auf 228. Der Anteil der unter 21-Jährigen an der Gesamtzahl aller Verdächtigen lag mit 28,1 Prozent leicht unter dem Anteil des Vorjahres.

Allerdings stimme es nicht, so Sandra Schmitz weiter, dass man die Flinte ins Korn werfe. Man wisse, dass es in diesem Bereich ein Problem gebe, aber: „Wir resignieren nicht.” Einmal arbeite die Aachener Allianz gegen Jugendgewalt, gebildet aus Gericht, Staatsanwaltschaft, Stadt und Polizei, weiterhin sehr effizient. „Wir tun alles, was in unserer Macht steht und setzen alles daran, möglichst vorbeugend tätig zu sein.”
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