Aachen - Politiker steigen Investoren des Obi-Marktes aufs Dach

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Politiker steigen Investoren des Obi-Marktes aufs Dach

Von: Wolfgang Schumacher
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Großes Ärgernis sind Dach un
Großes Ärgernis sind Dach und Parkplatzdecke des neuen Baumnarktes an der Debyestraße. Die Stadt vehängte eine Baustopp. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Mit Siebenmeilenstiefeln schritt der seit Juli 2011 an der Debyestraße errichtete Bau- und Heimwerkermarkt (Obi) mit Gartencenter und Backshop seiner Vollendung entgegen, Nutzfläche von etwa 11 000 Quadratmeter.

Von Seiten der bauausführenden Schoofs-Gruppe (Kevelaer) war ein Eröffnungstermin bereits kommende Woche am 15. Februar vorgesehen, dann sollte es auf alle Fälle der 1. März sein.

Doch daraus wird nichts. Denn es gab Riesenärger über das Vorgehen der Firma im Planungsausschuss der Stadt, die vorerst einen Baustopp für den bislang noch nicht fertiggestellten Parkplatz an dem nicht besonders geliebten Centerstandort verhängte.

Hauptgrund für die Empörung bei den politischen Entscheidungsträgern ist das Vorgehen der Investoren, denen einzelne Vorschriften des Bebauungsplanes aus Kostengründen völlig egal waren, wie es von Seiten sowohl der SPD, der Grünen, der FDP und der CDU auf Nachfrage der „Nachrichten” hieß.

Weil der Baumarkt in einem Naturschutzgebiet und in einer Kaltluftschneise liegt, waren als Auflage sowohl eine unversiegelte Parkplatzdecke wie eine Grasfläche auf dem Dach des Marktes, die mehr als 50 Prozent der Fläche bedecken soll, gemacht worden.

Jetzt aber musste der Bauherr einräumen, dass die Statik des Neubaus höchstens eine Begrünung von etwa 20 Prozent zulasse und auch die Regendurchlässigkeit der Parkplatzoberfläche nicht ernst genommen wurde, seine jetzige Decke versiegelt den Untergrund völlig.

Die Stadt sucht Rückendeckung bei der Politik - und fand sie nicht. Denn die Ratsfrauen und -herren sind empört, weil der Bauherr anscheinend lieber ein deftiges Busgeld (bis zu 250 000 Euro) in Kauf nehme, als die teurere Bauausführung mit einer hohen Dachlast für den umweltfreundlichen Grünbelag zu wählen. Insider errechneten die eingesparte Summe auf einen knappen Millionenbetrag.

„Das Vorgehen kann man nur als dreist bezeichnen”, wetterte die Grüne Tina Hörmann, Ratsherr Hans-Dieter Schaffrath sprach von einem „illegalen Schwarzbau”. Norbert Plum (SPD) war ebenso entsetzt über soviel Chuzpe wie Maike Schlick (CDU), die es als „ein unendlich großes Ärgernis” empfindet, dass „der Bebauungsplan als Baugrundlage umgangen” werde.

Wenn das einreiße, sorgt sich Claus Haase, brauche man keine Pläne mehr und fordert demnächst die Einarbeitung von Konventionalstrafe für solche Fälle. Als erste Strafe hat der Planungsausschuss verfügt, die ganze Angelegenheit nochmals am 15. März zu beraten. Damit dürfte eine Eröffnung am 1. März vom Tisch sein.

In Kevelaer behielt man sich auf Anfrage eine Stellungnahme durch Firmenchef Josef Schoofs persönlich vor. Er meldete sich bis Freitag Abend nicht.
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