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Politiker kämpfen gegen Verdichterstation

Von: Günther Sander
Letzte Aktualisierung:
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Eine Gasverdichterstation steht schon an der Grenze von Verlautenheide und Stolberg. Gegen eine geplante weitere, 120 000 Quadratmeter große Anlage hat sich in der Bezirksvertretung Haaren-Verlautenheide jetzt aber massiver Widerstand formiert. Foto: Ralf Roeger

Haaren/Verlautenheide. „Wenn wir vorab gefragt worden wären, dann hätten wir Ihnen klipp und klar gesagt, dass wir dieses Ding in Verlautenheide nicht haben wollen.“ Das waren deutliche und klare Worte, die Bezirksbürgermeister Ferdinand Corsten (CDU) an die Verwaltung richtete, als die in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung über die geplante Ferngasleitung berichtete und anklingen ließ, dass der Standort Verlautenheide für die Errichtung einer neuen Verdichterstation favorisiert worden sei.

Corsten reagierte verärgert auf die wahrlich nicht „frohe Botschaft“, von der er erst aus der Presse erfahren habe. Das Unternehmen Open Grid Europe wird im Rahmen des Projektes Zeelink eine neue Erdgasleitung von der deutschen Grenze bei Lichtenbusch bis St. Legden in der Nähe von Coesfeld verlegen. Vorgesehen ist, dass die Rohre erst einmal über Aachener und auch über Stolberger Stadtgebiet, in direkter Nähe zum Würselener Wald, ihren Verlauf haben werden.

Insgesamt kommen Gasrohre auf einer Länge von 215 Kilometern in die Erde, durch die künftig sogenanntes H-Gas statt wie bislang üblich L-Gas geleitet wird. Für dieses L-Gas gibt es bereits eine Verdichterstation bei Gut Schwarzenbruch. Eine neue Station für das H-Gas ist auf einem Gebiet in Verlautenheide geplant, auf einer Fläche von zwölf Hektar – das sind 120.000 Quadratmeter.

Und in diesem Punkt will Corsten nicht mitspielen, auf keinen Fall werde man der geplanten Verdichterstation in Verlautenheide zustimmen, betonte der Bezirksbürgermeister. Es werde noch eine formelle Informationsveranstaltung stattfinden, so die Fachverwaltung Stadtentwicklung und Verkehr, vertreten durch Wolfram Günther. Im Vordergrund stehe dabei die Versorgungssicherheit.

Suche nach Trassenführung

Es sei nicht ganz einfach, eine geeignete Trassenführung zu finden, erklärte Günther. Fakt sei aber, dass man Standorte in Aachen und Stolberg genau prüfe. Noch wisse man nicht, wo was hinkommen soll. Viele Fragen seien noch offen. „Wenn wir neue Erkenntnisse haben, werden wir die Bezirksvertretung informieren“, wurde zugesichert.

Die aber, das musste Wolfram Günther zur Kenntnis nehmen, wehrt sich vehement gegen einen möglichen Standort in Verlautenheide. Franz-Josef Kogel (CDU) spricht von einem „enormen Ding“. Ursula Becker (Grüne) wollte wissen, warum man für H-Gas nicht die L-Gasleitungen benutzen könne. Das L-Gas gehe hier im Raum zur Neige, daher stehe die Versorgungssicherheit im Vordergrund, argumentierte Wolfram Günther.

Für die Größe der Verdichterstation würden in der Tat zwölf Hektar Land benötigt, bestätigte er die Dimension des Projekts. „Das ist schon eine Menge“, stellte Corsten fest und forderte, dass Haarens Bezirksamtsleiter Frank Prömpeler künftig an den weiteren Abstimmungen der Verwaltung beteiligt werden müsse.

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