Aachen - Politiker finden Gefallen an einem neuen Verleihsystem für Pedelecs

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Politiker finden Gefallen an einem neuen Verleihsystem für Pedelecs

Von: Werner Breuer
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Radeln mit Trethilfe: Für solche Pedelecs will eine Studentische Initiative nun ein Verleihsystem in Aachen aufbauen. Foto: Stock/ Friedrich Stark

Aachen. Beim Geld hört der Spaß vorerst noch auf. Dabei zeigten sich die Verkehrspolitiker im Mobilitätsausschuss durch die Bank angetan von dem Projekt Velocity. Das Vorhaben, ein Verleihsystem für Elektrofahrräder aufzubauen, soll nun von der Stadt nach Kräften unterstützt werden. Doch über finanzielle Hilfe müssten noch ein paar Wörtchen geredet werden.

Doch auch ohne Geld kann die Stadt der studentischen Initiative Velocity unter die Arme greifen. „Wir brauchen auch Beratung, etwa bei der Standortplanung“, erklärte deren Sprecher Nicolas Bognar im Ausschuss. Langfristig sollen 100 Stationen in der Stadt eingerichtet werden, an denen insgesamt 1000 Pedelecs zur Ausleihe bereitstehen könnten.

Die Räder mit elektrischer Trethilfe erfreuen sich wachsender Beliebtheit und sind laut Bognar auch ein probates Mittel gegen die „schwierige Topographie“ in Aachen. „Das ist entspannte Mobilität, man kommt nicht verschwitzt an.“ Und davon proftiere letztlich auch die Stadt und ihr Luftreinhalteplan, meinen die jungen Macher. Je mehr Leute vom Auto aufs geliehene Pedelec umsteigen würden, desto weniger Schadstoffe würden in die Luft gelasen. Zudem seien die Räder eine ideale Ergänzung des Öffentlichen Personennahverkehrs.

50 Cent pro halbe Stunde

Im Gegensatz zu diesem aber soll sich Velocity selbst tragen. Nach Berechnungen der Planer sollte der Betrieb schon bald nach dem Start mehr Geld einbringen als er kostet. Zunächst allerdings müssten laut Bognar etwa 4,2 Millionen Euro investiert werden, bevor später das Geld über „Zeittarife“ wieder hereinkommt.

Die Preisliste sieht vor, dass der Kunde 50 Cent für die erste halbe Stunde bezahlt. Die Zeit müsste nach Berechnungen der Planer in den meisten Fällen reichen, um etwa von der Innenstadt zum Uniklinikum zu radeln und dort das Pedelec an einer Station wieder abzustellen. Auch Abonnements haben die Velocity-Leute ersonnen, und als Sondertarif schwebt ihnen ein „solidarfinanzierter Studentenbetrag von 9,50 pro Semester vor.

Da klingelten bei Gaby Breuer von der CDU sofort die Glocken. Schon das Semesterticket sei eine schwere Geburt gewesen, „jede kleine Erhöhung ist ein Drama“. Die Studenten mit einem solchen Beitrag am System zu beteiligen, „ist nicht ganz so einfach“. Generell begrüßt die CDU jedoch die Velocity-Idee. „Wir wollen das positiv begleiten“, sagte Breuers Parteifreund Michael Janßen, „aber bei einer finanziellen Beteiligung der Stadt sagen wir erstmal Stopp.“ Auch FDP-Vertreter Peter Blum will „derzeit“ von Geldflüssen nichts wissen, rühmte die Idee dennoch als „Vorzeigeprojekt“.

Tauschen gegen DB-System?

Für Michael Servos von der SPD „passt es gut in die Strategie“, und Andreas Müller von der Linken vermisste gar die rechte Begeisterung bei seinen Ausschuss-Kollegen. „Wir sollten uns freuen, dass wir so ein gutes Projekt haben, statt Bedenken zu formulieren.“ Solche Bedenken hielt Achim Ferrari von den Grünen nicht für angebracht: „Wir beteiligen uns doch auch an dem Projekt der Deutschen Bahn.“ Und dieses System mit dem sperrigen Namen „e-Call a Bike“ werde keineswegs „mit so viel Herzblut betrieben“ wie das Velocity-Projekt. „Wenn wir das eintauschen gegen das DB-System, dann machen wir einen guten Tausch“, warb Ferrari.

So weit sind die Dinge bislang aber noch nicht gediehen. Die Velocity-Macher sollen erst mal ihr Vorhaben gründlich durchrechnen und der Politik konkrete Zahlen präsentieren. Bis dahin soll es keine Beschlüsse geben, die sich irgendwie finanziell auswirken. Danach wird man sehen...

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