Politik und Schule mal ganz anders

Von: biwi
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Aachen. Von Lebenslauf und Amt ließen sich die 17- und 18-jährigen Schülerinnen und Schüler des Einhard-Gymnasiums wenig beeindrucken. Und das obwohl die 17 Jugendlichen im Grundkurs Sozialwissenschaften ein Landeskabinettsmitglied und ehemaligen EU-Abgeordneten zu Besuch hatten.

Der Burtscheider Armin Laschet, NRW-Jugendminister, übernahm für eine Doppelstunde das Ruder von Lehrer Detlef Baer.

Wie ein echter Lehrer begann er mit einem Parforceritt durch die deutsche Geschichte seit 1918, um daran den Nutzen des Euros angesichts der Krise in Griechenland zu erläutern. „Staaten, die eine gemeinsame Währung haben, können keinen Krieg gegeneinander führen”, erklärte der ehemalige Europaabgeordnete. Apropos Krieg - der interessierte die Schüler dann doch mehr.

„Was halten Sie vom Bundeswehreinsatz in Afghanistan - und der Rolle, die Verteidigungsminister zu Guttenberg dabei spielt?” Diese Frage läutete das ein, wozu Laschet sich angekündigt hatte: ein Unterrichtsgespräch. Zwar hatten sich die Schüler nicht konkret vorbereitet, ihre Fragen zeigten aber deutliches Interesse am politischen Geschehen.

Die jungen Leute machen sich durchaus Gedanken, wenn NRW- Ministerpräsident Jürgen Rüttgers sich über rumänische Arbeiter auslässt und damit „Vorurteile bedient”, wie eine Schülerin ausführte. Und: „Ist gescheiterte Integration nicht auch Schuld des dreigliedrigen Schulsystems?” Laschet verneinte.

Besonders interessierte die Schüler dann noch seine Einstellung zum Minarettverbot in der Schweiz und den möglichen Beitritt der Türkei in die EU. Von politisch desinteressierter Jugend keine Spur, Laschet war zufrieden. „Ein Besuch nutzt allen. Der Unterricht muss zwar seine Kontinuität behalten, aber ab und an können so neue Akzente gesetzt werden.” Alles in allem waren auch die Schüler am Ende zufrieden. Stefanie Stemmer, Mitglied bei der Jugendorganisation der SPD (Jusos), meinte: „Mir hat es gefallen. Durch solche Aktionen bekommt man einen ganz anderen Zugang zu Politik.” Und den können die Schüler jetzt mit den vom Minister mitgebrachten Materialien zum Thema Integration vertiefen.
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